Uran in Mineralwasser, Quellwasser & Tafelwasser

Sind nur Trinkwasser, Grundwasser und Leitungswasser uranbelastet? Auch die deutschen Mineralbrunnen-Betriebe kochen nur mit Wasser. Deshalb kann auch Mineralwasser mit Uran belastet sein. Aber es gibt für Säuglinge geeignete Wässer.

Bevor normales Regenwasser in den unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen der Mineralwässer ankommt, wäscht das Wasser Mineralsalze aus den Erd- und Mineralschichten aus. Dadurch bekommt Mineralwasser „seinen Gehalt an Mineralien“. Und Mineralwasser zeichnet sich nach der deutschen Mineral- und Tafelwasser-Verordnung durch seine „ursprüngliche Reinheit“ aus. Nichts ist also ursprünglicher und natürlicher, wenn auch Uran aus den Uran führenden Erdschichten ausgewaschen wird – durchschnittlich stecken 3 Mikrogramm davon in einem Kilogramm Boden. Gibt es stark belastete Mineralwässer, und welche Wässer sind für Säuglinge besser?

Zehn Milliarden Liter Mineralwasser

In Deutschland fördern über 220 Brunnenbetriebe mehr als 500 Mineralwässer aus unterirdischen Wasserreservoirs in amtlich anerkannten Quellen an das Tageslicht. Dazu kommen noch weitere 60 Heilwässer. Knapp zehn Milliarden Liter betrug allein 2007 der Absatz an Mineralwasser, wobei jedes Wasser seinen individuellen Geschmack hat – und seine spezifische Mischung an Mineralstoffen, inklusive Uran. Wie bei Trinkwasser und Grundwasser sind dafür die regionalen Unterschiede der Böden verantwortlich.

Uran im Mineralwasser

1999 untersuchte die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen in einer Schwerpunktuntersuchung „Uran in Mineralwasser“ 94 Mineral-, Quell- und Tafelwässer von Herstellern aus Deutschland und der Europäischen Union auf Uran. Bei 56 Prozent aller Proben lag der Uran-Gehalt unter der damaligen Bestimmungsgrenze von 1 Mikrogramm pro Liter, 17 Prozent lagen zwischen 1 und 2 Mikrogramm pro Liter, und 27 Prozent zwischen 2 und 10 Mikrogramm pro Liter, dem höchsten gemessenen Wert.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) untersuchte weitere 1.456 Proben aus sieben Bundesländern. In 44,2 Proben konnte kein Uran nachgewiesen werden. 2,1 Prozent der Proben lagen über dem Trinkwasser-Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 15 Mikrogramm pro Liter im Bereich von 16 und 24,5 Mikrogramm pro Liter. Ein Wert betrug 44,2 Mikrogramm pro Liter. Die aktuellsten Messwerte mit Stand 2007 kommen vom Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (siehe: Weitere Informationen).

Uran-Grenzwert: Für Säuglinge geeignete Wässer sind besser

In Deutschland gibt es bisher nur einen gesetzlichen Grenzwert, der eine klare Höchstgrenze für Uran im Mineralwasser definiert. Dieser Höchstwert ist in der „Mineral- und Tafelwasser-Verordnung“ zu finden und beschreibt den Grenzwert für Mineralwässer, die mit der Aufschrift „zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“ beworben werden dürfen. Dieser Grenzwert liegt bei zwei Mikrogramm Uran pro Liter. Nach dem aktuellen Stand der Forschung, kann bei Wässern unter 2 Mikrogramm Uran pro Liter davon ausgegangen werden, dass keine Risiken für Säuglinge auftreten. Dies gilt auch für das Trinkwasser aus der Leitung. Für Erwachsene gibt es momentan weder in der „Trinkwasserverordnung“, noch in der „Mineral- und Tafelwasser-Verordnung“ einen gesetzlichen Grenzwert für Uran – nur Empfehlungen.

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