Was hilft bei Cellulite?

Orangenhaut ist auch eine Frage des Lebensstils. Eine gesunde Lebensweise, Sport, Bürstenmassagen und Wechselduschen können der Cellulite effektiv Beine machen – Spezialcremes oft nicht, sagt die Stiftung Warentest.

Für schätzungsweise 58 Millionen Euro werden pro Jahr in Deutschland Cellulite-Produkte gekauft. Da hilft es nur wenig, dass die Stiftung Warentest Produkte und Geräte für dieses kosmetische Problem meistens mit „mangelhaft“ bewertet – Tenor: Schlanker wird nur das Portmonee – oder andere kritische Stimmen vor so manchen Wundermitteln warnen. So bezweifeln Dermatologen, dass bevorzugt eingesetzte Anti-Cellulite-Wirkstoffe wie Efeu, Silizium, Ginkgo oder Fruchtsäuren überhaupt bis in die Unterhaut gelangen, wo die Cellulite verursachenden Fetthubbel schlummern, beträgt doch die Eindringtiefe von Cremes, Gels, Salben oder Bädern nur wenige Millimeter. Innerlich anzuwendende Mixturen, Pulver, Tees und Tabletten finden ebenfalls keine Gnade vor den Kritikern. Und für versprochene Entschlackungs-, Entsäuerungs- oder Reinigungseffekte auf das Bindegewebe fehlt es an wissenschaftlichen Beweisen. Generell ist zu sagen, dass die Ursachen der Cellulite auch heute noch nicht vollständig geklärt sind. Aus diesem Grund ist es ergo kaum möglich zu sagen, welche Substanzen oder Therapien garantiert Abhilfe versprechen.

80 Prozent der Frauen ärgern sich über die ungeliebten Dellen und hoffen immer wieder auf ein Wunder. So bitter es jetzt für die Betroffenen klingen mag, mit Pflege allein ist Cellulite nicht in den Griff zu bekommen, schon gar nicht bei einer ausgeprägten Cellulite. Ohne gesunde Ernährung und Bewegung bleibt das verhasste Dellenmuster, das von aufgeblähten Fettzellen im Bindegewebe verursacht wird, wie und wo es ist.

Warum Cellulite so schwer zu akzeptieren ist

Es tröstet Frauen nur wenig, dass Cellulite aus Dermatologensicht keine Erkrankung, sondern ein typisch weibliches Phänomen ist, mit dem sich die Töchter Evas abzufinden haben. Der moderne Mensch hat die Welt nach seinen Wünschen geformt und lebt mittlerweile in dem Gefühl, er könne seinen Körper ebenfalls neu designen. Nicht zuletzt die Möglichkeiten der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie im Bereich Body-Contouring haben Begehrlichkeiten geweckt, die nur schwer zu dämpfen sind. Der zweifellos gut gemeinte Appell, mehr Gelassenheit zu üben (Motto: Lieber Cellulite als gar kein Profil!) ist sicher richtig, ändert aber nichts daran, dass der Wunsch nach einem Cellulite-freien Körper nach wie vor groß ist. Was bleibt Frauen schön übrig, wenn überall der gemeine Kneiftest lauert? Merke: Praktisch alle Frauen, auch die Sportlichen, haben Cellulite-Dellen, wenn sie ihre Oberschenkelhaut zusammenkneifen. Deshalb sollten sich Damen das Kneifen verkneifen, schließlich hat jede Frau die Veranlagung zur Cellulite. Die Tatsache, dass viele Männer nicht viel mit dem Begriff Cellulite anfangen können, hilft ebenfalls wenig weiter. Schließlich wollen Frauen auch für sich selbst attraktiv sein. Vielleicht liegt darin der Schlüssel zu einem Anti-Cellulite-Konzept mit persönlichem Zufriedenheitsfaktor.

Cellulite ist auch eine Frage des Lebensstils

Die Tatsache, dass immerhin 20 Prozent der Frauen keine Cellulite haben, zeigt, dass nicht allein genetische Faktoren oder hormonelle Einflüsse zum Tragen kommen. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht, zeigt sie doch, dass der vom Individuum jederzeit beeinflussbare Lebensstil ebenfalls eine Rolle spielt. Bestimmte Faktoren wie Übergewicht, rasches Zu- und Abnehmen, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung sorgen dafür, dass Cellulite entsteht. Wer Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel meidet und auf eine vernünftige Ernährung achtet, der kann darauf hoffen, die Cellulite in den Griff zu bekommen

Cellulite-Behandlungen zum Null- bzw. Spartarif

Maschinellen Massagegeräten zur Verringerung der Cellulite hat die Stiftung Warentest in der Vergangenheit ebenfalls eher schlechte Noten erteilt. Die Anschaffung solcher Geräte könne man sich sparen, lautet das Urteil der Profitester. Doch eine Bürstenmassage mit einem Massagehandschuh ist eine preiswerte Methode, die durchaus Aussicht auf Erfolg hat, kurbelt sie doch die Blut- und Lymphzirkulation an, die durch die Fettansammlung behindert wird. Ähnlich verhält es sich mit Wechselduschen, die ebenfalls empfohlen werden. Aus dem Kneipp-Lager (Sebastian Kneipp = Pfarrer, Naturkundler und Erfinder der Hydrotherapie) heißt es, dass Kneippsche Güsse den Kampf gegen Cellulite wirkungsvoll unterstützen können. Ein kalter Schenkelguss nach dem Duschen oder Baden, wenn die Haut noch warm ist, strafft bei regelmäßiger Anwendung das Bindegewebe und fördert die Durchblutung der Haut.

Cellulite-Behandlung im Kosmetikinstitut

Selbstverständlich bieten auch die meisten Kosmetikinstitute Cellulite-Behandlungen an. Dazu gehören apparative, manuelle wie auch präparative Behandlungskonzepte. Im Leistungsspektrum der Fachfrauen sind u.a. Treatments mit Strom, Ultraschall, Vakuummassagen, manuelle Spezialmassagen, Lymphdrainagen, Wickelmethoden (Body Wrapping) und diverse Spezialprodukte. Diese Strategien sind allerdings zeit- und kostenintensiv. Eine gute Kosmetikerin kann die physiologische Entstehung von Cellulite erklären und ihr individuell erstelltes Behandlungs-Konzept entsprechend begründen. Ratschläge für einen gesunden Lebensstil und Empfehlungen für die Heimpflege runden das Cellulite-Programm im Kosmetikstudio perfekt ab.

Chirurgische Maßnahmen

Bei einem entsprechenden Leidensdruck ziehen Frauen auch eine Fettabsaugung (Liposuktion) oder andere chirurgische Optionen in Erwägung, doch die Erfolgsaussichten bei Operationen sind ganz unterschiedlich. Bei einer jungen Haut kann eine Fettabsaugung die Cellulite korrigieren, doch bei einer eher reiferen Haut sieht die Sache anders aus. Es ist möglich, dass die Liposuktion zwar die Körpersilhuette verschmälert, jedoch kaum etwas an der Cellulite ändert. Und werden große Körperareale abgesaugt, bleibt eine erschaffte Haut zurück, die zusätzlich gestrafft werden muss. Es gibt weitere Methoden, die denkbar sind, etwa die Zellulipolyse, die Unterhautfett mit Hilfe eines elektronischen Spannungsfeldes zerlegen soll, oder Lipolifting, das ist eine neuere, nicht invasive Vakuum-Massage-Methode. Doch auch hier gilt: Es gibt keine Erfolgsgarantien. Wer diesen Weg gehen möchte, der sollte unbedingt mehrere Fachärzte konsultieren und nicht übereilt entscheiden.

Cremen: Ja oder nein?

Auch wenn Cellulite-Produkte nicht unbedingt der große Wurf sind, so haben sie natürlich eine hautpflegende Wirkung. Frauen, die nicht auf solche Produkte verzichten möchten, sollen sie ruhig weiter verwenden. Es müssen ja nicht die teuersten Cremes im Kosmetikregal sein. Vielleicht tut es nach einem Sportprogramm oder einer Bürstenmassage gut, die Haut zum Abschluss mit einem solchen Spezialprodukt einzucremen. Das Gefühl, rundum etwas Gutes für sich getan zu haben, hilft unter Umständen dabei, das Anti-Cellulite-Programm konsequent weiterzuführen.

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