Was ist eigentlich – Honeymoon?

Honeymoon und Honig hängen nicht nur allegorisch zusammen, denn Honig kann berauschend und aphrodisierend wirken.

Das Wort Honeymoon – Honigmond – ist nicht einfach eine Allegorie und Anspielung auf die Freuden eines jungen Paares während der Flitterwochen, sondern hat einen ganz konkreten Hintergrund und Bezug zum Lebensmittel Honig.

Honig ist wohl das einzige vorverdaute Lebensmittel, das der Mensch als Nahrung zu sich nimmt. Er ist das Produkt des Nektars, den die Bienen bei ihren Ausflügen an den Blüten und Pollen der Pflanzen sammeln. Gewonnen wird der Honig durch die Ernte der Imker, die den Honig aus den Bienenstöcken holen.

Honig hat, das ist hinlänglich bekannt, gesundheitsfördernde Eigenschaften. Er ist reich an Kupfer, Eisen und Magnesium. Die Einnahme von Honig hilft, die Anzahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen und reguliert bei regelmäßiger Verwendung die Verdauung. Er wirkt positiv auf die Nierenfunktion und stärkt das Immunsystem, vor allem bei Kindern. Honig soll auch die Kraft besitzen, Tuberkulose im Anfangsstadium zu heilen, wenn man ihn als Medizin in einem Gemisch mit Rosenblättern einnimmt. Ganz allgemein werden dem Honig entgiftende Eigenschaften nachgesagt.

In der hippokratischen Medizin wurde Honig als Antidepressivum eingesetzt und auch in der Geriatrie verwendet. Außerdem wurde es bei Überdosierungen von Opium empfohlen.

Honig als Rauschmittel und Aphrodisiakum

Die stärkenden Eigenschaften des Honigs haben dazu geführt, dass Honig in der Vergangenheit in verschiedenen Kulturen als Aphrodisiakum eingesetzt wurde, oft in Verbindung mit anderen Aphrodisiaka und pflanzlichen Rauschmitteln.

Je nachdem, aus welcher Pflanze der Honig gewonnen wird, kann seine Wirkung berauschend sein, da die Toxine der Pflanzen in den Blütennektar eingehen und von der Biene wenig oder überhaupt nicht metabolisiert werden. Beispiele hierfür sind die Tollkirsche, deren Stoffe – Tropane genannt , allen voran das Atropin – halluzinogene Zustände hervorrufen können, und Hanf, dessen Honig aphrodisierend wirken soll.

Auch die Maya kannten solche Wirkungen von Honig: xtabentum nannten sie einen Honig aus verschiedendenen Pflanzen, der psychoaktive und aphrodisierenden Eigenschaften besaß. Der Honig existiert noch im heutigen Yucatán (Mexiko) und hat sogar seinen Weg nach Spanien gefunden. In der Region Castilla y León ist xtabentum die Grundlage für einen Likör mit dem Namen Balché, der seine Ursprünge ebenso in der Gegend von Yucatán hat.

Das älteste Produkt aus Honig: der Met

Wer sich mit der Geschichte detailliert auseinandergesetzt oder alte Götter- und Heldensagen gelesen hat, dem wird öfter das Wort „Met“ oder „Honigmet“ begegnet sein.

Met ist ein alkoholisches Getränk, von dem man annimmt, dass es bereits in der Steinzeit hergestellt wurde. Es war allen indogermanischen Völkern und vielen anderen Kulturen in der Welt bekannt. Die indischen Gottheiten beispielsweise werden als „dem Met Entsprossene“ bezeichnet (madhava, von madhu: Honig), was auf die kultische Verwendung des Met hinweist.

Met wird wie Bier gebraut. Er besteht aus Wasser, Honig, Pflanzenanteilen und Hefekulturen.

Auch heute gibt es wieder Ansätze, Met zu brauen, nachdem der Brauch lange Zeit fast verlorengegangen war. Doch der heutige Met ist meistens süß, da er über die Fermentation einer gesättigten Honiglösung hergestellt wird. Er enthält ca. 15% Alkohol. Der echte Met war keineswegs süß, da der im Honig enthaltene Zucker fast vollständig in Alkohol umgewandelt wurde, und war mit 5% auch nur schwach alkoholisch, .

Ein Mond mit Met für die Fruchtbarkeit

Im mittelalterlichen Irland wurden dem Met fruchtbarkeits- und virilitätsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Der irische Met, der bunratty mead, wurde von irischen Mönchen aus speziellen Zutaten von Pflanzen, Honig und Traubensaft.

Jungen Paaren, vor allem den jungvermählten Frauen, gab man für „die Dauer eines Mondes“ Met zu trinken, um ihre Fruchtbarkeit anzuregen. Daher stammt der Ausdruck „Honeymoon“, der „Honigmonat“, für den im Deutschen das Wort Flitterwochen steht.

Eine weitere Variante des Met war der aphrodisische „Salvemeth“, bei dem Weißbier mit Met gemischt wurde. Er galt als Liebestrank und wurde von ungeduldigen bösen Buben dazu missbraucht, die Dame ihres Herzen betrunken und damit willig zu machen.

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