Waschen mit Waschnüssen – was dahintersteckt

Wie das Waschergebnis verbessert werden kann, warum weiße Wäsche schnell grau wird und ein Entkalker bei der Wäsche mit Waschnüssen nicht fehlen sollte.

Die indische Waschnuss wird in Deutschland immer beliebter. Ob wegen Waschmittelunverträglichkeit oder aus ökologischen Gründen – immer mehr Menschen vertrauen ihre Wäsche den Saponinen an, die in der Waschnuss enthalten sind.

Viele Anwender schwören auf die Waschkraft der Nüsse und behaupten, selbst schwierige Flecken seien kein Problem für die Waschnuss. Stiftung Warentest und Ökotest hingegen halten die Waschwirkung für nahezu nicht existent.

Werden Waschnüsse mit schwierigen Flecken fertig?

Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte. Gegen hartnäckigen Schmutz, wie Babybrei-, Rotwein- oder Kugelschreiber-Flecken haben Waschnüsse ohne zusätzliche Hilfsmittel keine Chance. Wer also häufiger stärker verschmutzte Wäsche bewältigen muss, weil etwa ein Familienmitglied im Handwerk tätig ist oder kleine Kinder im Haushalt sind, sollte auf andere Waschmittel zurückgreifen, will er nicht ständig die Kleidungsstücke mit Gallseife oder Ähnlichem vorbehandeln. Eine andere Möglichkeit ist die Zugabe von Fleckentfernern, hier sollte der Verbraucher aber prüfen, inwieweit der verwendete Fleckenentferner mit einer eventuell vorhandenen Waschmittelunverträglichkeit vereinbar ist.

Ist das Flecken-Aufkommen im Haushalt eher gering, spricht nichts gegen die Anwendung von Waschnüssen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten Anwender allerdings ein paar Dinge beachten.

So werden Waschnüsse optimal verwendet

Für einen Waschgang werden vier bis fünf halbe Waschnussschalen in ein Stoffsäckchen gegeben, das – gut verschnürt – direkt in die Waschtrommel gelegt wird. Es empfiehlt sich, die halben Waschnussschalen noch etwas zu zerkleinern, um eine bessere Waschleistung zu erzielen. Hierfür einfach die Waschnüsse im Säckchen zertreten. Ein zusätzlicher Weichspüler wird nach allgemeiner Erfahrung nicht benötigt, kann aber bei Bedarf zugegeben werden. Je nach Qualität der Waschnüsse, dem Härtegrad des Wassers und der Waschtemperatur können Waschnüsse auch ein zweites Mal verwendet werden.

Waschnüsse riechen neutral und geben keine Duftstoffe an die Wäsche ab. Vier bis fünf Tropfen ätherisches Öl, etwa Rose, Orange oder Ähnliches auf das Säckchen geträufelt, bevor es in die Waschtrommel kommt, verleihen der Wäsche einen leichten Duft.

Waschnüsse erhalten die Leuchtkraft von farbiger Wäsche länger als herkömmliches Waschmittel, was unter Anderem der schonenden Reinigungsart zugeschrieben werden kann, aber auch der Tatsache, dass Waschnüsse keinerlei bleichenden Stoffe enthalten. Daher sollte weiße Wäsche nicht ohne Zugabe eines (Bio-)Bleichmittels gewaschen werden, sonst wird sie sehr schnell grau. Wer kein Bleichmittel verwenden möchte, kann auf folgenden Trick zurückgreifen: Bei jedem Waschgang mit weißer Wäsche einfach etwa einen Teelöffel Backpulver ins Waschmittelfach der Maschine geben.

Da Waschnüsse keine entkalkenden Zusätze enthalten, sollte bei jedem Waschgang Entkalker, Essig oder Zitronensäure zugegeben werden, damit die Waschmaschine auf Dauer nicht verkalkt.

Sind Waschnüsse empfehlenswert?

Die Lektüre dieses Artikels offenbart, dass sich der Umgang mit Waschnüssen doch etwas komplizierter darstellt als die gewohnte Verwendung eines Waschmittels. Sind die weiteren „Zutaten“ aber erst einmal gefunden, erhöht sich die Zeit zur Vorbereitung des jeweiligen Waschgangs höchstens minimal. Mit dem Waschergebnis von chemisch hergestellten Waschmitteln können Waschnüsse natürlich nicht mithalten. Waschnüsse sind jedoch eine gute ökologische Alternative, auch für Menschen mit Waschmittelunverträglichkeit.

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