Weißdorn stärkt das Herz und die Gefäße

Bereits in der Antike wurde die herzstärkende Wirkung des Weißdorns geschätzt. Er kräftigt den Herzmuskel und die Herzkranzgefäße.

Der botanische Name des Weißdorns lautet crataegus monogyna. In ganz Europa und bis Südwestasien und Nordafrika kann man die dornige Pflanze an Waldrändern, in Gebüschen und Hecken finden. Sie wächst auf trockenen Böden in lichten Laubwäldern genauso wie an Felshängen, auf Sand und Steinen. Der Weißdorn gehört zu den Rosengewächsen. Er wächst als mittelgroßer Strauch oder kleiner Baum mit runder Krone. So kann er zwischen zwei und sechs Meter hoch werden. Seine dornenübersäten Triebe bilden ein dichtes Geflecht aus Zweigen, an denen dunkelgrüne tief gelappte Blätter sprießen. Im Mai erscheinen weiße Blüten in aufrechten Doldenrispen, die etwas streng riechen. Daraus entwickeln sich über den Sommer die mehligen orangeroten eiförmigen Früchte, die einen Steinkern besitzen. Diesen Früchten verdankt die Pflanze ihren Namen „Mehldorn“.

Weißdorn wurde in vergangenen Zeiten vielseitig genutzt

Bereits frühen Menschen half der dornige Strauch, indem er ihre Siedlungen umrahmte und sie so vor wilden Tieren oder Feinden schützte. Daher bekam der Weißdorn auch die Namen „Hagedorn“ oder „Zaundorn“. Über die Jahrhunderte hinweg schätzten die Menschen sein hartes Holz, um es für Fackeln zu verwenden oder daraus Werkzeuge zu machen. Seine Rinde nutzten sie zum Färben von Stoffen. Aus den gemahlenen Kernen wurde noch bis in die Neuzeit hinein in Notzeiten Kaffeeersatz hergestellt. Aus dem getrockneten und entkernten Fruchtfleisch konnten sie Mehl mahlen, welches Roggen- oder Weizenmehl hinzugemischt werden konnte, um daraus Brot zu backen.

Der Weißdorn als Heilpflanze in der Geschichte

Um das Herz zu stärken, wurde Weißdorn bereits in der Antike genutzt. Plinius soll die Beeren bei Schlangenbissen angewendet haben. Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde die Pflanze erstmalig als Mittel gegen Durchfall in der „De Medica“ des Griechen Pedanius Dioskurides erwähnt. Danach geriet die Heilwirkung des Weißdorns in Vergessenheit. Selbst Hildegard von Bingen schrieb ihm keinerlei Heilkraft zu. Erst im Lauf weiterer Jahrhunderte gewann er wieder an Bedeutung. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde er bei nervös bedingten Störungen eingesetzt.

Inhaltsstoffe der Heilpflanze

  • Flavonoide
  • Triterpene
  • biogene Amine
  • Sterole

Wann kann man Weißdorn sammeln und welche Teile der Pflanze werden verwendet?

Von Mai bis Juni können die Blüten und Blätter geerntet werden. Die Früchte sollten in der Zeit von September bis Oktober gesammelt werden, weil sie dann ihren größten Wirkstoffgehalt besitzen. In der Heilkunde werden die Blüten, Blätter und Früchte getrocknet. Aus den Früchten kann man auch einen Presssaft herstellen.

In welchen Formen wird der Weißdorn verwendet?

Die jungen Blätter im Frühling haben einen nussigen Geschmack. Deshalb sind sie eine aromatische Zutat im Salat. In der Heilkunde wird die Pflanze als Tee oder Tinktur angewendet. Auch in vielen Fertigarzneien ist Weißdorn enthalten.

Die Pflanze in der Naturheilkunde

Als Heilkraut stehen beim Weißdorn seine herzstärkenden Flavonoide im Mittelpunkt. So wird er in der Medizin oft als erstes Mittel beim „Altersherz“ eingesetzt. Die Pflanze stärkt die Kontraktionskraft des Herzens und fördert die Durchblutung der Herzkranzgefäße. So kann sie bei Atemnot helfen, die aufgrund einer Herzschwäche entstand. Auch bei leichten Herzrhythmusstörungen kann Weißdorn helfen. Er optimiert den Sauerstoff- und Energieverbrauch des Herzens und wird immer häufiger auch bei nervös bedingten Herzbeschwerden eingesetzt.

In Fachkreisen wird außerdem eine Schutzwirkung auf Gelenkknorpel diskutiert. Auch fiebersenkende und antioxidative Wirkungen werden ihm zugeschrieben. Weißdorn soll ebenfalls cholesterinsenkend wirken und die Wände der kleinen Kapillargefäße schützen.

Die Volksmedizin setzt die Heilpflanze zur Regulierung eines zu niedrigen oder hohen Blutdrucks ein. Weißdorn soll bei Wechseljahresbeschwerden helfen wie auch bei Migräne oder Schlafproblemen. Auch als Mittel gegen Reizhusten wird die Pflanze genutzt. Bei Durchfall können die zusammenziehenden Inhaltsstoffe des aus den Früchten gewonnenen Saftes helfen.

Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen des Weißdorns

Bisher sind keine unerwünschten Wirkungen dieser Pflanze bekannt.

Dieser Artikel soll Ihnen eine Information sein, kann aber bei Beschwerden keinesfalls einen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen! Wenn Sie Heilkräuter selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können und verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen. Oft ist es besser, fertige Tees oder andere Heilpflanzenprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau im Reformhaus oder in der Apotheke zu kaufen.

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