Wie funktioniert Plastination

Die Plastination – ewige Konservierung des Lebens. Der Wissenschaftler Gunther von Hagens erfand 1977 das Plastinationsverfahren. Seine Ausstellungen sind in Leipzig, Mannheim und Rotterdam zu sehen.

Die von Gunther von Hagens inszenierten Ausstellungen „Körperwelten“, auch unter „Body Worlds“ bekannt, sind sehr umstritten. Denn hier werden keine Nachbildungen toter Menschen und Tiere gezeigt, sondern über 200 echte menschliche und tierische Körper, die plastiniert wurden. Das System der Plastination wurde in den 70iger Jahren von Gunther von Hagens entwickelt und perfektioniert.

Was bedeutet Plastination?

Durch Plastination gelingt es, die Verwesung eines Körpers zu stoppen und dadurch haltbare Präparate eines gesamten Körpers oder Körperteils für wissenschaftliche Zwecke herzustellen. Als erstes wird der Körper in Formalin gelegt, um den Zersetzungsprozess zu stoppen. Danach wird dem Körper die komplette Körperflüssigkeit entzogen, indem man ihn in ein Aceton-Bad legt, welches eine Temperatur von -25 Grad hat. Das eisige Aceton bewirkt eine Auslösung von Fett und Wasser. Wenn die Körperflüssigkeiten komplett durch Aceton ersetzt sind, legt man den Körper in eine Kunststofflösung, welche unter Vakuum gesetzt wird. Dadurch erreicht man, dass das Aceton aus dem Gewebe abfließt und dieser stattdessen mit Kunststoff durchsetzt wird. Am Ende des Plastinationsverfahrens wird der Kunststoff mittels UV-Licht oder Wärme erhärtet.

Der fertig plastinierte Körper kann jetzt zum Beispiel in Scheiben geschnitten oder als Organplastinat verwendet werden. Da die Präparate in diesem Zustand geruchlos und trocken sind, ist ihre Haltbarkeit unbegrenzt. Das Verfahren der Körperplastination wird durch das in Heidelberg ansässige Institut für Plastination angewendet.

Woher kommen die plastinierten Körper?

Das Institut für Plastination verwaltet ein sogenanntes Körperspenderprogramm. Hier kann sich jeder nach seinem Tod als Körperspender zur Verfügung stellen. Ausführliche, dort erhältliche Informationsbroschüren klären die zukünftigen Körperspender über alle relevanten Fragen auf. In den Ausstellungen werden dann die plastinierten Körper oder Körperteile anonym ausgestellt. Lediglich Hinweise auf vorhandene Krankheitsbilder kann man in den Ausstellungen sehen.

Vorteile der Ausstellungen gegenüber Abbildungen in Lehrbüchern

Echte menschliche Präparate sind so vielseitig wie die lebenden Menschen. Jede Lunge oder jedes Herz ist ein wenig anders geformt. Identische Krankheitsbilder können in unterschiedlichen Varianten auftreten. In den Ausstellungen „Körperwelten“ hat der interessierte Besucher die Möglichkeit, dreidimensionale Einblicke in den menschlichen Körper zu erhalten, wie ein Lehrbuch es niemals vermag. In einigen Ausstellungen war es sogar möglich, präparierte Lungen oder ähnliches selbst in die Hand zu nehmen. Da auch Ganzkörperpräparate gezeigt werden, kann der Besucher das Präparat leichter zu seinem eigenen Körper in Bezug bringen und sich damit identifizieren.

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