Wie werde ich ein YouTube-Star?

Drei Goldene Regeln. YouTube kann jeden zum Star machen. Das Internet-Videoportal hat bereits Tausenden einen kurzen oder längeren Moment der Berühmtheit beschert. Blaubeerina ist seit einem guten Jahr auf YouTube aktiv. Der Kanal „Blaufunk“ der Berliner Filmemacherin wurde inzwischen von mehr als 900 Fans abonniert, und Ina Blaubeer spricht pro Sendung mehr als 3000 Zuschauer an.

Regel Nummer Eins: Authentisch sein

Die Videokünstlerin, die nach eigenen Aussagen Anspruch auf die „Weltbeerschaft“ erhebt, steht in ständigem Dialog mit ihren Fans. Sie bloggt und nutzt neben dem Videoportal YouTube den Kurznachrichtendienst Twitter, die Fotoplattform Dailybooth und den Frage-Antwort-Kanal Formspring.

Unter dem Motto „Ich bin, wie ich bin“ singt, tanzt, kommentiert und informiert die blaue Beere und begeistert damit ihr Publikum. Sie verkörpert Regel Nummer Eins auf dem Weg zum Superstar: sie bleibt authentisch und lässt sich nichts vorschreiben.

Justin Bieber: Weltstar dank YouTube

Weltstar Justin Bieber begann als kleiner Junge seine Karriere. Seine Mutter stellte ein Video von einem Auftritt des damals Zwölfjährigen auf YouTube ein. Dort wurde er von einem Talentsucher entdeckt.

Inzwischen steht der Sänger bei Universal Music unter Vertrag und verdient Millionen. Seine Biographie liefert den Beweis, dass es hilfreich ist, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen statt endlos darauf zu warten, „entdeckt“ zu werden. Bieber steht für die Regel Nummer Zwei: Eigeninitiative entscheidet alles. Denn nur wer selbst initiativ wird, kann gewinnen.

Regel Nummer Zwei: Eigeninitiative entscheidet alles

Schon vor der Erfindung des Internets konnte Eigeninitiative dazu beitragen, die künstlerische Karriere in Gang zu setzen und zu beflügeln. Elvis Presley finanzierte seine erste Schallplatte selbst, und Deutschlands Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe wäre vielleicht gänzlich unbekannt, hätte er seine ersten beiden Bücher nicht auf eigene Kosten herausgegeben.

Die qualitative Neuerung des Internets besteht darin, dass es nicht länger Privileg wohlhabender Schichten ist, den eigenen Werdegang zu fördern. Das Internet mit seinen unendlichen Möglichkeiten ermöglicht es jedermann, sich ohne finanziellen Aufwand selbst darzustellen.

Regel Nummer Drei: Talent voll ausspielen

So kann es dazu kommen, dass eine bislang vollkommen unbekannte Schülerin wie Rebecca Black dank YouTube über Nacht ein Millionenpublikum findet. Ihr Wochenend-Liedchen „Friday“ versammelte ohne einen Cent Werbeeinsatz immerhin 88 Millionen Zuschauer in nur zwei Monaten vor dem Bildschirm.

Alberto Bruhn erreicht inzwischen regelmäßig 290.000 Zuschauer, denen er sich als Beatboxer vorstellt. Beatboxing ist eine Vortragskunst ohne technische Hilfsmittel, bei der verschiedene Musikinstrumente, Geräusche und Sounds mittels Mund, Lippen, Zunge und Stimme simuliert werden. Alberto brachte es inzwischen als Supertalent ins Fernsehen. Er beherzigt Regel Nummer Drei, um nach oben zu kommen: er spielt sein Talent voll aus.

Deutschland im YouTube-Fieber

In deutschen Landen grassiert inzwischen das YouTube-Fieber. Die Zahl der hoch geladenen Videos aus Deutschland erhöhte sich im Jahre 2010 um 75 Prozent im Vergleich zu 2009. Von Kindern über junge Leute bis hin zu Senioren sind alle Altersgruppen aktiv und stellen Beiträge ein. Insgesamt werden täglich etwa 65.000 neue Clips auf das Internet-Videoportal hochgeladen.

Werden genügend Zuschauerzahlen generiert, können die Videokünstler Teilnehmer des YouTube-Partnerprogramms werden. Dazu akzeptieren Sie Werbeeinblendungen in ihre Clips. Die damit erzielten Einnahmen teilt YouTube mit dem jeweiligen Kanalbetreiber.

Geld verdienen mit YouTube

Weltweit nehmen über 20.000 Produzenten, Regisseure, Autoren, Künstler, Video- und Mediaexperten an dieser Werbevereinbarung teil. Laut offiziellen Aussagen hat sich die Zahl der Partner, die mit ihrem YouTube-Kanal jährlich 10.000 Dollar und mehr verdienen, seit 2009 versiebenfacht. Die Ausschüttungen an die deutschen Teilnehmer des YouTube-Partnerprogramms seien in 2010 sogar um 223 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

YouTube wirbt für die Werbepartnerschaft, indem es auf die kreative Freiheit der Vertriebsplattform hinweist: „Auf YouTube gibt es keine pingeligen Produzenten, keinen Boss, der auf der Terminen herumreitet und keinen Vorstand, der einem ständig Vorschriften macht“, heißt es auf dem WatchBlog des YouTube-Mutterkonzerns Google.

Sechs Voraussetzungen für YouTube-Partner

Um YouTube-Partner zu werden, müssen folgende sechs Regeln eingehalten werden:

  1. Die Lizenz muss beim User liegen
  2. Der User muss Geld verdienen wollen
  3. Der User muss für regelmäßigen Upload sorgen
  4. Der Kanal muss gute Klickzahlen aufweisen
  5. Der User darf nicht gegen die Community-Richtlinien verstoßen
  6. Der Kanal muss wachsende Abonnentenzahlen vorweisen.

Talentsucher beobachten YouTube genau

Inzwischen schauen auch etablierte Film- und TV-Produzenten wie die UFA auf den Sender, der sich demnächst mit eigenen Fernsehprogrammen an die Öffentlichkeit wenden will. Sie suchen neue Talente und experimentieren mit neuen TV-Formaten. Dazu werden Förderpreise ausgelobt, und es werden Camps veranstaltet, bei denen technische Grundlagen der Videoproduktion vermittelt werden.

YouTube entwickelt sich damit zunehmend zur offiziellen Talentbörse der Stars von morgen. Und vielleicht wird auch die Berliner Blaufunkerin Blaubeerina eines schönen Tages berühmt werden und von ihrer Kunst leben können. Es sei ihr gegönnt.

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