Beschwerden in der Schwangerschaft

Typische Schwangerschaftsbeschwerden und Tipps zu deren Linderung. Schwangerschaftsbeschwerden sind oft unbedenkliche Reaktionen des Organismus auf die stattfindenden Veränderungen.

Die Umstellungsvorgänge im Organismus der Schwangeren bringen Beschwerden mit sich. Doch meist gibt es Möglichkeiten, diese Beschwerden auch ohne rezeptpflichtige oder gesundheitsgefährdende Medikamente zu lindern.

Kopfschmerzen

Durch die hormonellen Veränderungen im Körper kann die schwangere Frau vermehrt Kopfschmerzen haben. Um dem Kind nicht zu schaden, darf die Schwangere manche Medikamente nicht mehr einnehmen. Welche Medikamente für die Schwangere unbedenklich sind, erfährt sie von ihrem Gynäkologen, mit dem sie unbedingt über dieses Thema reden sollte, wenn Kopfschmerzen Beschwerden bereiten.

Sodbrennen

Damit sich der Bauch der Schwangeren weiten kann, entspannt das Hormon Progesteron einige glatte Muskeln. So ist die Öffnung zwischen Magen und Speiseröhre während der Schwangerschaft entspannt, wodurch Magensäure aufsteigen kann, was Sodbrennen hervorruft. Viele rezeptfreie Mittel können auch in der Schwangerschaft eingenommen werden. Die Beschwerden werden gelindert, wenn sich die Frau nach dem Essen nicht hinlegt.

Harninkontinenz

Wenn das Kind im Bauch der Mutter wächst, drückt die Gebärmutter auf die Harnblase, was zu unkontrolliertem Harnfluss führen kann. Harninkontinenz tritt vor allem in der letzten Phase der Schwangerschaft auf. Jede zweite Schwangere hat damit Probleme. Beckenbodentraining verringert das Risiko von unkontrolliertem Harnfluss. Meist tritt nicht viel Urin aus, weshalb eine Monatsbinde zur Vorbeugung unangenehmer Momente normalerweise ausreicht. Diese Binde sollte jedoch kein Plastik enthalten, um keinen Scheidenpilz zu bekommen.

Rückenschmerzen

Je älter die Schwangere ist, um so häufiger treten Rückenschmerzen auf. Bereits vor – und natürlich in – der Schwangerschaft helfen Kräftigungsübungen für Bauch und Rücken, solche Beschwerden zu lindern. Schwimmen eignet sich wunderbar, um die körperliche Fitness zu verbessern. Aquagymnastik und Schwangerschaftsgymnastik beugen ebenfalls Rückenschmerzen vor. Auf rückengerechtes Tragen und Heben ist zu achten.

Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen sind kleine Risse im Bindegewebe, die durch Hautausdehnung verursacht werden. Das Risiko, diese Schwangerschaftsstreifen zu bekommen, liegt bei 50 Prozent. Dieses Risiko kann durch eine geringere Gewichtszunahme in der Schwangerschaft etwas reduziert werden.

Krampfadern

Der verstärkte Blutfluss in der Schwangerschaft führt zu einem Druckanstieg in den Venen, wodurch sich die Venenwände ausdehnen können. Ob die Frau Krampfadern bekommt, ist genetisch bedingt. Stützstrümpfe können vorbeugend helfen. Sinnvoll ist es auch, sich tagsüber öfter hinzulegen und die Beine so zu lagern, dass sie höher liegen als der Kopf.

Juckreiz

Gelegentlich empfindet die schwangere Frau einen leichten Juckreiz, meist am Bauch. Kühle Bäder oder Feuchtigkeitsemulsionen bringen Linderung. Ist der Juckreiz jedoch stärker oder kommt zum Juckreiz auch noch ein Ausschlag hinzu, kann das ein Zeichen einer Schwangerschaftscholestase sein. Hier ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Schwellungen an Beinen und Knöcheln

Mit diesem Problem wird jede Schwangere früher oder später konfrontiert. Die Schwellungen werden gelindert, wenn die Schwangere sich gelegentlich hinlegt. Wenn die Schwangere viel sitzt, zum Beispiel beruflich bedingt, sollte sie öfter aufstehen und wenigstens kurz ein paar Meter gehen.

Verstopfung

Der Stuhl wird in der Schwangerschaft härter. Das liegt am Schwangerschaftshormon Progesteron und dessen Einfluss auf den Dickdarm. Außerdem verursacht der Druck der Gebärmutter auf den Darm einen verlangsamten Blutfluss. Durch eine ballaststoffreiche Kost und viel Flüssigkeitszufuhr beugt die schwangere Frau einer Verstopfung vor. Bei weichem Stuhl ist die Gefahr, Hämorriden zu bekommen , längst nicht so hoch – Pressen begünstigt die Entstehung von Hämorriden.

Blähungen

In der Schwangerschaft arbeitet der Darm langsamer, und somit verursachen Darmbakterien eine stärkere Gasbildung. Ist der Schwangeren dies unangenehm oder hat sie dadurch Beschwerden, sollte sie auf Lebensmittel wie Bohnen und Kohl, die Blähungen verursachen, ebenso verzichten wie auf kohlensäurehaltige Getränke.

Weitere Veränderungen können durch die Schwangerschaft ausgelöst werden, die unter Umständen Beschwerden hervorrufen. So leidet fast jede Frau in der Schwangerschaft unter Zahnfleischbluten. Dies liegt an der verstärkten Durchblutung des Zahnfleischs. Auch Kurzatmigkeit tritt immer wieder auf, wofür wiederum das Progesteron verantwortlich ist. Auch Schwindelgefühle treten gelegentlich auf, hervorgerufen durch einen Blutdruckabfall, der durch in der Schwangerschaft geweitete Blutgefäße hervorgerufen wird. Schnelle Bewegungen sollte die Frau beim Auftreten dieser Beschwerde vermeiden, und sich sofort hinsetzen, wenn ihr schwindlig wird. Auch Unterleibsschmerzen haben fast alle Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft. Das sind unbedenkliche Reaktionen der Gebärmutter auf die stattfindenden Veränderungen.

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