Antigravity-Yoga: die Schwerkraft aufheben

Wie schwerelos hängen die Kursteilnehmer beim Antigravity-Yoga in der Luft. Gehalten von einem Tuch. Ein Gefühl wie fliegen.

Antigravity-Yoga ist wie Acro-Yoga ein Trend aus den USA. Muskelkraft und Beweglichkeit werden dabei ebenso trainiert wie Gleichgewichtssinn und Ausdauer. Das Besondere beim Antigravity-Yoga aber ist das Gefühl der Schwerelosigkeit.

Der Ursprung des Antigravity-Yoga

1990 gründete der Kunstturner Christopher Harrison in New York City die Artistengruppe AntiGravity. Mit akrobatischen Darbietungen in luftiger Höhe hat er seitdem immer wieder das Publikum begeistert. Doch Harrison, der mit seinem Können auch am Broadway Erfolge feierte, lernte auch die Kehrseite des harten körperlichen Trainings kennen: Mit 28 hatte er Knie-Operationen hinter sich und war ein häufiger Gast beim Chiropraktiker. Obwohl ihm Yoga-Übungen Erleichterung verschafften, suchte er mit Ende 30 Hilfe bei einem Rheumatologen, um seine Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen.

Doch dann machte ihn seine eigene Not erfinderisch. Seiner Artistengruppe wollte er ähnlich schmerzhafte Erfahrungen ersparen und so wurde die Idee des schwerelosen Yoga geboren. Harrison entwickelte eine Reihe von Trainingsgeräten unter anderem die anti-gravity hammock, die für das schwerelose Yoga benötigt wird.

In den USA wurde Antigravitiy-Yoga 2009 als „Bestes neues Fitnessprogramm des Jahres“ ausgezeichnet.

Was ist Antigravity-Yoga?

Antigravity-Yoga verbindet Elemente aus dem Yoga, Pilates, Gymnastik, Tanz und Ballett. Das entscheidende Element ist dabei das Tuch aus weichem Lycra-Material, das an zwei Punkten an der Decke befestigt ist. Es hängt etwa einen Meter über dem Boden und ist bis 500 Kilo belastbar. Mit ihm werden alle Übungen ausgeführt.

So einfach und elegant wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es nicht ganz. Das Arbeiten mit dem Tuch erfordert eine Eingewöhnung. Ein Prozess, der auch das Loslassen fördert. Es gehört zunächst schon eine Portion Mut dazu, sich dem Tuch anzuvertrauen, um kopfüber über dem Boden zu hängen.

Abgesehen davon, darf man es sich im Schwebezustand zwischen Himmel und Erde auch einfach gut gehen lassen, darf sich sanft hin- und herbewegen lassen, kann damit auf- und abschwingen, sich schaukeln lassen und geborgen fühlen wie in einem Kokon.

Was Antigravity-Yoga bewirkt

Antigravity-Yoga ist eine Mischung aus Anspannung und Entspannung, aus Workout und Dehnung.

  • Es trainiert das Herz-Kreislaufsystem
  • Es kräftigt alle großen Muskelgruppen: Bei der „Schwalbe“ zum Beispiel hängt man mit den Schultern im Tuch und lehnt sich dann weit nach vorne. Dabei werden Rücken-, Bauch- und Pomuskulatur gekräftigt.
  • Die Kopfüber-Übungen entstauchen die Wirbelsäule. Auch Nackenverspannungen werden dadurch auf sanfte Art gelöst.
  • Durch die Unterstützung des Tuches werden bei vielen Übungen die Gelenke geschont.
  • Balance und Gleichgewicht werden trainiert. Eine dieser Übungen ist der „Tänzer“. Dabei steht man auf einem Bein, während das andere im Tuch hängt. Die Arme werden nach oben gestreckt. Das stärkt außerdem den Schulter- und Leistenbereich.
  • Außerdem lernt man los zu lassen und zu vertrauen.
  • Vor allem aber macht es Spaß, die Schwerelosigkeit zu fühlen.

Antigravity-Yoga ist in den USA mittlerweile weit verbreitet. In Deutschland ist der Trend noch relativ neu und wird bislang nur von wenigen Yoga-Studios angeboten. Doch wer Interesse hat, sollte am Ball bleiben. Es ist davon auszugehen, dass sich auch hierzulande immer mehr Studios dem Trend anschließen werden.

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