Borreliose – Symptome, mögliche Folgen, Behandlung, Vorbeugung.

Gefahr durch Zeckenbisse: Borreliose. Zeckenbisse können nicht nur eine spezielle Form der Hirnhaut-Entzündung, die so genannte FSME, auslösen, sondern auch Borreliose.

Welche Erkrankung nach einem Zeckenbiss auftritt, ist regional unterschiedlich. Zecken, die in den südlichen und südwestlichen Bundesländern der Bundesrepublik beheimatet sind, lösen häufig FSME, die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (besonders schwerwiegende, mitunter tödliche Form der Hirnhautentzündung), aus. Zecken – auch Gemeiner Holzblock genannt – in nördlicheren Bundesländern übertragen eher Borreliose. In den südöstlichen und östlichen Landesteilen können sogar beide Arten von Zecken vorkommen.

Während es gegen FSME Impfmöglichkeiten gibt, die sogar vor einer Reise nach Bayern oder Baden-Württemberg empfohlen werden, gibt es gegen die Borreliose noch keinen Impfstoff. Nach einem Zeckenbiss wird prophylaktisch die Gabe eines Antibiotikums empfohlen.

Die Inkubationszeit der Borreliose

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Ausbruch der ersten Symptome kann 4 bis 16 Wochen betragen.

Mögliche Symptome einer akuten Borreliose

Die Lyme-Borreliose, wie sie eigentlich mit vollständigem Namen heißt, ist durch die nachfolgend aufgeführten Symptome gekennzeichnet, die sich nach und nach entwickeln, wenn die Erkrankung unentdeckt und somit unbehandelt bleibt:

  • binnen 5 bis 29 Tagen nach dem Biss: Ausbreitung einer ringförmigen Rötung um die Bissstelle, medizinisch Erythema migrans genannt
  • leichtes Fieber, das am Abend höher wird
  • Mattigkeit, chronische Müdigkeit. Oft ist eine Abgrenzung zum Chronischen Müdigkeitssyndrom schwierig.
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, im weitesten Sinne also rheumatische Beschwerden
  • starke Schweißausbrüche
  • zum Teil Kopfschmerzen und grippeähnliche Symptome
  • geringere körperliche und psychische Belastbarkeit

Die Lyme-Borreliose wird in ihrer gesamten Symptomatik im Anfangsstadium häufig mit Fibromyalgie, einer der über 450 derzeit bekannten Rheumaformen, verwechselt.

Der Erreger der Borreliose

Die Zecke überträgt beim Ausscheiden ihres Darminhalts nach dem Biss spiralförmige Bakterien, so genannte Borrellien, die vier verschiedene Beinamen haben können und deren Formen allesamt in der Bundesrepublik für Borreliose-Erkrankungen verantwortlich sind. Am bekanntesten ist sicherlich der Erreger Borelia burgdorferi. Die Zahl der Personen, die sich jährlich mit Borreliose infizieren, liegt weitaus höher als die Anzahl der Menschen, die an FSME erkranken.

Um zu verhindern, dass die Zecke mit ihrem Speichel die Borrelien absondert, ist eine Entfernung mit einer speziellen Pinzette, der so genannten Zeckenzange, erforderlich, die es in Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt. Das Erschlagen des Insekts bringt nichts, weil der Kopf immer noch in der Bissstelle steckt und nach wie vor Krankheitserreger absondern kann.

Behandlung der Borreliose

Je früher die Erkrankung über einen Bluttest diagnostiziert wird, desto größer sind die Chancen, die Borrelien im Blut vollständig eliminieren zu können. Die Behandlung hängt vom Verlauf der Erkrankung und den Symptomen ab. Häufig kommen Analgetika (Schmerzmittel) und Antibiotika zum Einsatz. Bei der Wahl der Antibiotika sind Lebensalter, körperliche Konstitution, Vorerkrankungen und eventuelle Unverträglichkeiten gegen einzelne Wirkstoffe zu berücksichtigen.

Wenn die Borreliose-Infektion unentdeckt bleibt und somit nach wenigen Jahren chronisch wird, kann es in der Folge zu rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie, speziellen Formen von Hirnhautentzündung, Herzerkrankungen, Tinnitus, starker Verdünnung der Haut und massiven Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts kommen.

Vorbeugung gegen Zeckenbisse

Zecken kommen in Gärten, auf Wiesen und in Wäldern vor. Um zu vermeiden, von einer Zecke gebissen zu werden, sollte man bei einem Spaziergang durch Wald und Flur nach Möglichkeit lange Hosen tragen, wobei der Saum in die Socken gesteckt werden sollte, damit kein Tier unter das Hosenbein krabbeln kann. Nach einem Aufenthalt im Wald sollte der Körper von einer anderen Person nach möglichen Zecken abgesucht werden, insbesondere an schwer zugänglichen Stellen, die derjenige selbst nur schlecht kontrollieren kann, wie zum Beispiel Nacken oder Rücken.

Repellentien, eine Gruppe von Insektenschutzmitteln, halten Zecken für bis zu vier Stunden fern. Hierzu zählen unter anderem Autan, das sogar in Drogeriemärkten erhältlich ist, oder aber auch Mittel, die sogar gegen eventuelle Überträger von ernsthaften Krankheiten in tropischen Gebieten (etwa Moskitos) wirksam sind. Ein Beispiel für ein solches Repellent ist das Mittel Anti-Brumm Forte von der Firma Togal. Allerdings ist selbst bei der Anwendung eines Repellents kein 100 %-er Schutz vor Zeckenbissen gegeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.