Bützchen, Küsse und Co. – Warum nicht nur an Karneval so viel gek

Was ist ein Schmetterlingskuss? Wie küssen die Triobriander? Ist der Handkuss noch up to date? Und warum wird im Karneval zusoviel geküsst und gebützt?

Natürlich- Karneval ist eine besondere Gelegenheit um seine Zuneigung zum anderen Geschlecht zu zeigen, seine Kusstechniken zu verfeinern oder einfach Spaß zu haben. Aber neben den üblichen Karnevalsbützchen gibt es ja noch weit mehr. Auch in anderen Kulturkreisen wird geküsst, wenn auch nicht immer ganz so (freizügig) wie bei uns.

Der Karneval

Während der jecken Tage wird ständig irgendwo gebützt, geküsst oder auch heftigst rumgeknutscht. Eine simple Erklärung: erstens sind an Karneval die meisten einfach besser drauf und wollen dies auch ihren Mitmenschen mitteilen, zweitens ist durch den doch teilweise recht hohen Alkoholpegel der Betroffenen die Hemmschwelle, sich dem anderen Geschlecht zu nähern, deutlich herabgesetzt und drittens ist an Karneval bekanntlich alles erlaubt. Der Nubbel, der ja an allem Schuld ist, wird Gott sei Dank Veilchendienstag mit den gesamten Karnevalssünden verbrannt, und am Aschermittwoch ist eh alles vorbei… Dabei sind Karnevalsbützchen eigentlich nur die ganz harmlosen Küsschen auf die Wange. Nach der Tradition dürfen dafür aber auch Wildfremde gebützt werden.

Bützchen und Bussi

Ein Wangenkuss ist im Allgemeinen vor allem für die Begrüßung gut. Das ist allerdings überall auf der Welt verschieden. In Japan zum Beispiel ist das Küssen in der Öffentlichkeit verboten. Auch schon das Knutschen auf einer Parkbank wird als ein Zeichen für mangelnde Selbstbeherrschung angesehen und ist verpönt. Küssen darf man sich dort erst nach der Verlobung. Dabei haben die alten Asiaten im Kamasutra über 30 verschiedene Kussvarianten aufgeführt. Anders in Belgien und Frankreich, dort wird viel und gerne geküsst, zur Begrüßung auch mehrmals abwechselnd auf beide Wangen. In Frankreich gilt das ebenso für die Männer.

Bruderkuss- der männliche

In Russland haben die Männer sogar ihren eigenen Kuss. Mann küsst Mann auf die Wangen als Zeichen der Bruderschaft.

Handkuss- der höfliche

Der Handkuss ist der zurückhaltendeste Kuss und heutzutage beinahe ausgestorben, kann bei manchen Mädels bei der richtigen Gelegenheit aber trotzdem Eindruck machen. Und so geht er: Der Herr hebt die Hand der Dame mit den Fingerspitzen an, beugt sich etwas vor und deutet einen Kuss an, ohne jedoch die Hand mit den Lippen wirklich zu berühren.

Sexy: Wimpernknabbern und Schmetterlingskuss

Bei den Trobriandern, einem Südsee-Inselvolk, ist Küssen soviel wie ein Vorspiel. Besonders erotisch finden sie es, einander die Augenwimpern abzuknabbern. Wenn man mit seinen Wimpern den anderen an der Wange kitzelt, spricht man von Schmetterlingsküssen. Das können aber auch beinahe gehauchte Küsse auf den des anderen Rücken sein.

Zungenkuss- der gefühlvolle

Etwas feuchter und auch sehr beliebt im Karnevalsgeschehen sind die bekannten Zungenküsse. Allerdings sieht man im Gegensatz zu den anderen 359 Tagen im Jahr jetzt auch viele dieser Küsse unter Nicht–Pärchen. Normalerweise hat diese feuchte Form des Kusses eher die Botschaft „Ich liebe dich“ und wird daher meist in Partnerschaften praktiziert. Aber gerade an Karneval kann das schon mal leicht etwas durcheinander geraten. Pro: leidenschaftliches Küssen ist gesund, die Keime die man vom anderen aufnimmt, stärken das Immunsystem. Wer viel küsst lebt bis zu 5 Jahre länger, Gesichtsmuskeln werden trainiert, Kalorien verbrannt und Stresshormone abgebaut. Kontra: Krankheiten wie Herpes, Tripper oder Syphilis können übertragen werden. Spricht also doch eindeutig mehr für das Küssen als dagegen.

Eskimoküsschen

Diese Bezeichnung kommt tatsächlich aus dem hohen Norden. Wenn wir uns hierzulande küssen, reiben die Eskimos ihre Nasen aneinander. Warum? Die Eskimos benutzen ihren Mund als Werkzeug, zum Beispiel um Felle weichzukauen. Vielleicht liebkosen sie sich deshalb lieber mit der Nase. Oder es ist einfach praktischer, da die Münder bei dieser Eiseskälte zu gut eingepackt sind, um mal schnell zum Küssen herzuhalten. Jedenfalls eine süße Abwechslung.

Küssen unter Strafe

Natürlich sind auch andere Körperstellen küssbar: Frauen liebkosen laut Gerüchten mit Vorliebe Hals oder Ohren der Männer, Bauchnabel und Rücken sind bei beiden Geschlechtern beliebt. Und dann gibt’s da natürlich noch die „Luftküsse“, die auch gerne von Karnevalsjecken von den Wagen der Karnevalszüge herunter „geworfen“ werden. Jedenfalls ist Küssen sehr wichtig. Über 40 Prozent der Frauen denken: Wer nicht küssen kann, ist auch nicht gut im Bett. Jedenfalls kann die Stimmung von einem sich plötzlich entpuppenden extrem-nass-Küsser, mit–der-Zunge-im-Hals-des-anderen-Steckenbleiber oder Lippenabbeißer schnell zerstört werden. Trotzdem, seien Sie froh: im Mittelalter wurde man für Küssen in der Öffentlichkeit in ganz Europa bestraft. In einigen Teilen Amerikas gibt es heute noch Kusslimits; zum Beispiel ist Dauerknutschen oder Küssen am Sonntag verboten, oder man darf keine Bartträger küssen. Also dann, es ist nur einmal im Jahr Karneval, bützen Sie was das Zeug hält…

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