Mit Herz und Verstand gegen Routine in der Beziehung

Viele Paare leben sich mit der Zeit wieder etwas auseinander, Routine greift ins Leben ein, der Zauber ist wieder weg. Dennoch kann man glücklich sein.

Nicht immer muss das siebte Jahr verflixt sein. Überhaupt gibt es für eine Beziehung kein Rezept, nachdem sie nach einer bestimmten Dauer ein bestimmtes Ergebnis erzielen kann. Eine Beziehung funktioniert so lange gut, wie beide Partner an ihr und an sich arbeiten. Beziehung bedeutet überhaupt immer Arbeit, denn wo zwei aufeinander treffen, treten immer zwei Pole gegeneinander an, wenn auch nur unbewusst. So wird es immer unterschiedliche Wünsche, Ansichten, Meinungsverschiedenheiten und Standpunkte geben. Der Kompromiss ist dann das diplomatische Mittel, alles wieder ins Lot zu bringen, um die Harmonie und die Balance in der Beziehung wiederherzustellen. Das wiederum bedeutet, an sich und an der Partnerschaft zu arbeiten. Doch das Wort „Arbeit“ soll hier nicht negativ klingen. Auch mit netten Gesten, lieben Worten und kleinen Überraschungen kann man eine Beziehung über viele Jahre glücklich fortführen und aus ihr Glück schöpfen. Und nicht jeder immense Aufwand führt zum großen Erfolg. Die Mischung und Kontinuität spielen dabei eher die größere Rolle. Wie solche „Helferlein“ aussehen, das verraten die folgenden Tipps.

Hin und wieder eine kleine Überraschung

Ein Kavalier der alten Schule ist schon schön, aber nicht notwendig und zwangsläufig auch nicht wichtig. Wichtig ist aber, dass man die Aufmerksamkeit für den anderen nicht verliert. Kleine Überraschungen sind daher nie verkehrt. Es muss hier auch nicht der obligatorische Blumenstrauß sein. Und es braucht hier auch keine festen Termine und Zeiten, wie nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Mal eine Zeitschrift oder Zeitung, die Lieblingspralinen oder die neue Single des Lieblingsmusiker, zwischen durch eine Überraschung ist immer schön und macht Freude. Besonders groß ist auch die Überraschung, wenn es kurz zuvor für den anderen noch Thema war und dieser sich positiv dazu geäußert hat. Das darf aber nicht einseitig sein, sonst fühlt sich der spendable Partner schnell ausgenutzt.

Die Magnetwand im Schrank für liebe und schöne Worte

Paare, welche sich tagsüber selten sehen und wenig gemeinsame Zeit für sich haben, können sich trotzdem tagsüber etwas Gutes tun. Einfach eine Magnetwand an einer Schranktür positionieren. Der, der dann morgens als Erster aufsteht, kann dem anderen eine liebe Nachricht auf dieser Wand hinterlassen. Das kann alles sein. Ein Kompliment, das die letzte Nacht betrifft, ein Daumendrücken für ein Vorhaben am Tag, einen Wunsch für den kommenden Abend. Das Ziel dieser Wand ist, gegenseitige Freude auf die Neckereien und lieben Worte des anderen entstehen zu lassen. Wichtig, je intimer diese Nachrichten werden, umso besser ist es, die Wand im Schrank und nicht auf dem Schrank außen anzubringen. Gäste die das Paar besuchen, sollen diese Nachrichten nicht lesen.

Selbstverständlichkeit sollte nie verlangt und umso mehr honoriert werden

In fast jeder Partnerschaft haben beide Partner ihre festen Aufgaben, die sie im gemeinsamen Haushalt übernehmen. Auch wenn dies eine zwangsläufige Notwendigkeit ist, sollte man die Arbeiten des anderen nie für selbstverständlich nehmen. Dazu gehört, dass man die Arbeiten des anderen respektiert, sie nicht zunichte macht. Schaut, dass sie so lange wie möglich erhalten bleiben und ab und zu nachfragt, ob der andere diese noch allein bewältigen kann oder vielleicht zwischendurch die Hilfe des anderen gebrauchen könnte. Gerade in den unangenehmen Bereichen entsteht schnell Routine, die die Betreffenden auf Dauer frustrieren kann und die Beziehung belastet. Schön ist es für beide, wenn sie sich gegenseitig auch einmal ein Kompliment für die Arbeiten aussprechen. Wenn der Garten wieder tiptop gepflegt und bepflanzt ist, die Wäsche wieder frisch gewaschen und gebügelt im Schrank liegt oder das Bad sauber glänzt und duftet. Und auch wenn es keiner zugeben möchte, noch schöner ist es, wenn man es vor Dritten macht, und dem anderen so eine weitere Anerkennung schenkt. Eher ungeschickt wäre es hier, Probleme aus dem Bereich vor Dritten auszutragen. Ganz gleich, woher die Probleme rühren.

Thema Privatsphäre, Intimsphäre, Eifersucht und Frustration

Nicht zuletzt soll auch einmal das Thema rund um die Eifersucht, die Privat- und Intimsphäre angesprochen werden. Mit der Zeit ändert sich viel innerhalb einer Beziehung, auch die Menschen selbst. Innerlich wie äußerlich. Manche können damit besser, manche schlechter umgehen. Wichtig dabei ist, dass man den Respekt vor dem anderen nicht verliert. Ganz gleich, welche Schwierigkeiten die Veränderungen und die Jahre mitbringen, man sollte sie dem anderen nicht anlasten und ihn einengen, sondern diese mit ihm besprechen. Eifersucht und Frustration hindern dabei. Eifersucht, wenn ihn eine andere beim Einkauf anlächelt, weil er immer alle nett grüßt oder wenn sie wieder allein mit ihrer Freundin ins Café oder abends in die Bar möchte. Frustration, wenn sie wieder einiges an Hüftgold gewonnen und er einiges an Haar verloren hat. Es gibt Probleme, die manche Paare quälen, die andere wiederum nicht einmal haben.

Wichtig ist hier, sich stets zu überlegen, wie viel von diesem Problem gehört eigentlich immer noch in die Privatsphäre des anderen und wie viel darf mich fairer Weise überhaupt stören. Schließlich existiert das Paar nicht nur als Paar, sondern auch jeweils jeder als einzelne Person mit eigenen Interessen, Wünschen, Ansprüchen und eigener Privatsphäre. Wenn er stets nett grüßt, dann sollte sie sich nicht dazu animiert fühlen, gleich seine E-Mails zu kontrollieren. Wenn sie gern mit ihrer Freundin allein fort möchte, sollte er an seinen Stammtisch oder Verein denken und sich für sie freuen. Entsteht ein Problem im Bezug auf die Intimsphäre, dann sollte zwischen beiden jedoch Klarheit herrschen. Eifersucht und Frustration sind dann oft zwangsläufig. Heißt also, wenn er nicht nur lächelt, sondern auch heimlich küsst oder sie nicht nur Kaffee trinkt, sondern Handynummern austauscht, dann ist zu Recht Stunk angesagt. Vorher aber nie vergessen, immer die Fakten abzuklären. Ehrlichkeit ist dabei das „A und O“ der Kommunikation.

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