Schadstoffe in Luft, Boden und Wänden von Haus und Wohnung

Schadstoffe lauern oft dort, wo sie am wenigsten erwünscht sind – im Haus oder in der Wohnung. Und sie können die Bewohner krank machen.

Niemand will sie um sich haben: Wohngifte, Schimmel und Schadstoffe in der Raumluft, in Wänden, Vertäfelungen, Tapeten und in Böden. Häufig verursachen sie gesundheitliche Beschwerden, die nicht ohne weiteres eingeordnet werden können. Es lohnt sich, einmal das nahe Umfeld gründlicher unter die Lupe zu nehmen und möglicherweise Experten hinzuzuziehen, vor allem, wenn ein Hauskauf ansteht.

Zu Hause ist es doch am schönsten – aber ist es auch gesund?

Schadstoffe in Wohnräumen können zu unklaren Beschwerden führen, deren Ursache dann häufig an der falschen Stelle gesucht wird. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Hautprobleme können viele Ursachen haben. Wohngifte gehören dazu. Insbesondere, wenn Beschwerden regelmäßig in geschlossenen Räumen auftreten, im eigenen Zuhause, sollte über Ursachenforschung nachgedacht werden.

Weichmacher, Asbest, Lösemittel, Pestizide, Schimmel und Co.

Jede Epoche bringt ihre eigene Bauweise und ihr eigenes Wohngift mit sich. Asbest kommt heute nicht mehr zur Anwendung, ist jedoch in älteren Gebäuden häufig noch enthalten. Wird es beispielsweise angebohrt, gelangen die giftigen Fasern in die Raumluft. Formaldehyd findet sich in Spanplatten und Fertighäusern früherer Jahrzehnte. Der Bundesverband Deutscher Baubiologen belegte in Untersuchungen, dass auch 30 Jahre nach dem Einbau formaldehydhaltiger Platten der Schadstoff weiterhin entweicht. Mit ein bisschen „Auslüften“ ist es also nicht getan.

Über Weichmacher wurde viel im Zusammenhang mit Kinderspielzeug diskutiert. Doch auch in PVC-Fußbodenbelägen sind sie ebenso enthalten wie in Vinyl- oder Kunststofftapeten. Im Gegensatz zu Tapeten aus Raufaser oder Papier haben sie außerdem den Nachteil, dass die Wände so abgedichtet werden, dass kein Ausgleich der Raumfeuchtigkeit mehr stattfinden kann. Dies kann zu nicht minder unangenehmer Schimmelbildung führen.

Ist der Schimmel erst da, lockt der Gang in den Baumarkt, um schimmelabtötende Mittel zu erstehen, die aber ihrerseits ebenfalls gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Lösemittel, Lacke, Farben und Holzschutz riechen häufig nicht nur giftig – sie sind es auch. Nicht nur Obst und Gemüse sind pestizidbelastet, auch Möbel und Textilien werden mit Pestiziden behandelt. Besonders groß ist die Gefahr für Kinder und schwangere Frauen.

Messung von Wohngiften und Schadstoffen durch Baubiologen

Wenn ein konkreter Verdacht besteht, dass Tapete, Teppich, Lacke oder Dämmung in den eigenen vier Wänden die Gesundheit beeinträchtigen, sollte eine Untersuchung durch Experten in Erwägung gezogen werden. Tests werden von verschiedenen Instituten angeboten, sind aber nicht unkompliziert, da es so viele verschiedene gesundheitsgefährdende Stoffe gibt, die sich potentiell als problematisch erweisen können.

Sollte es möglicherweise zu einem Streit vor Gericht kommen, zum Beispiel mit dem Vermieter, muss beachtet werden, dass die Ergebnisse der Untersuchungen auch gerichtsverwertbar sind. Dazu muss ein Sachverständiger die Proben entnommen und untersucht haben.

Vor dem Hauskauf – Untersuchung auf Schadstoffe und Wohngifte

Eine Immobilie will nicht überstürzt erworben werden. Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Haus zu kaufen, womöglich einen Altbau, tut gut daran, eine gründliche Begehung und Untersuchung auf vorhandene Schadstoffe zu veranlassen. Stellt sich später heraus, dass eine Sanierung notwendig wird, so kann schnell die Kostenfalle zuschnappen. Eine Luft- und Staubuntersuchung kann unangenehmen Überraschungen vorbeugen und dazu beitragen, dass es zu Hause wirklich am schönsten ist.

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