Süßungsmittel – Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoff ist nicht Süßstoff. Die Unterschiede zu kennen, ist nicht nur für Diabetiker wichtig.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird selten zwischen Süßstoff und Zuckeraustauschstoff differenziert. Ihre unterschiedlichen Eigenschaften und damit verbundenen, abweichenden Einsatzgebiete machen Unterscheidungen aber notwendig.

Süßstoff – Zuckeraustauschstoff; gesetzliche Regelungen

Sowohl Süßstoffe als auch Zuckeraustauschstoffe sind in der erlaubten Höchstmenge der täglichen Aufnahme, die als unbedenklich gilt, gesetzlich begrenzt. Der Wert wird mit ADI (acceptable daily intake) gekennzeichnet. Beide Stoffgruppen gelten als Lebensmittelzusatzstoffe und sind damit zulassungspflichtig.

Die mit Süßungsmitteln hergestellten Produkte müssen in der EU gekennzeichnet sein. Zum Beispiel:„Mit Süßungsmittel(n)“,“ mit Zuckerarten und Süßungsmitteln“. Die enthaltenen Süßstoffe werden aufgelistet.

Süßstoffe

Sind synthetisch oder auch natürlich hergestellte Süßungsmittel mit einer Süßkraft bis zum 500fachen von Zucker, allerdings haben sie häufig einen Nach- oder Beigeschmack und werden deshalb oft in Kombinationen eingesetzt. Ihr großer Vorteil ist, dass sie keinen oder kaum Nährwert, also Kalorien haben, weshalb sie zum Süßen von Diabetiker-Produkten und zur Gewichtsreduzierung eingesetzt werden. Sie begünstigen nicht die Bildung von Karies. Sie sind lange lagerfähig. Die erlaubte Höchstmenge der täglichen Aufnahme, die als unbedenklich gilt, ist gesetzlich begrenzt. (ADI = acceptable daily intake)

Derzeit in der EU zugelassene Süßstoffe sind:

Acesulfam, Acesulfam-K, E 950

Aspartam, E 951

Aspartam-Acesulfam-Salz, E 962

Cyclamat, Cyclohexylsulfamidsäure, Cyclohexansufamidsäure, E 952

Saccharin, E 954

Sucralose, E 955

Thaumatin, E 957

Neohesperidin-DC, Neohesperidin, E959

Steviosid, E 960 (seit Dezember 2011 zugelassen)

Zuckeraustauschstoffe

Die aus Früchten und Gemüse gewonnenen Zuckeraustauschstoffe haben eine wesentlich geringere Süßkraft als Süßstoffe und auch nur 40-70% von Saccharose, was als der gewöhnliche Haushaltszucker bekannt ist. Zuckeraustauschstoffe enthalten Kohlehydrate, womit ihr Energiegehalt mit

mit 2,4 kcal/g (10 kJ/g) zwar unter dem des Haushaltszuckers, der mit 4,1 kcal/g (17kJ/g) berechnet wird, liegt damit aber weit über dem von Süßstoffen. So müssen Diabetiker die Kohlehydrate in ihre Berechnungen einbeziehen und auch zur Gewichtsreduktion sind Zuckeraustauschstoffe nicht geeignet. Da sie so gut wie keinen Einfluss auf die körpereigene Insulinproduktion haben, werden sie dennoch in Lebensmitteln für Diabetiker eingesetzt. Auch Zuckeraustauschstoffe gelten nicht als kariogen und sind oft in Zahncremes und zahnfreundlichen Kaugummis enthalten. In größeren Mengen können sie abführend wirken, da sie den Dünndarm unverändert passieren, im Dickdarm aber Wasser binden. Produkte, die mehr als 10% Zuckeraustauschstoffe enthalten, müssen mit einem Warnhinweis auf die mögliche abführende Wirkung gekennzeichnet sein.

Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören:

Sorbit, E420

Mannit, E421

Isomalt, E 965

Maltit, E 965

Maltitsirup, E 965ii

Lactit, E 966

Xylit, E 967

In diesem Artikel handelt es sich lediglich um eine Begriffserklärung der beiden Süßungsmittel.

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