Wie wichtig sind Aminosäuren für den körper

Aminosäuren: Schutz und Stärkung des Immunsystems. Glutathion, Taurin und Tryptophan sind nicht nur wertvolle Aminosäuren, sondern stärken speziell die Funktion des Immunsystems.

Aminosäuren sind Bestandteile von Eiweißstoffen, die im menschlichen Körper besondere Funktionen übernehmen. Einige von ihnen sind essenziell und müssen mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden.

Glutathion ist ein natürliches Antioxidans

Dieses Tripeptid wird zu den wichtigsten endogenen (im Inneren des Körpers erzeugt) Antioxidantien und quantitativ bedeutsamen Radikalfängern gezählt. Es ist in die Synthese und den Abbau von Proteinen involviert und hat Einfluss auf die Genexpression (Ausprägung der genetischen Information). Die Vorstufe für die Synthese von Glutathion bildet die Aminosäure Glutamin.

Einer wissenschaftlichen Hypothese zufolge dient Glutathion der Aufrechterhaltung der immunologischen Reaktivität. Genaue Wirkmechanismen sind derzeit nicht bekannt und in der gegenwärtigen Literatur finden sich bisher noch keine weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirkung von Glutathion auf das Immunsystem.

N-Acetyl-Cystein wirkt Infektionen entgegen

Schon lange wird N-Acetyl-Cystein als schleimlösendes Mittel bei Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt. Des weiteren handelt es sich bei N-Acetyl-Cystein um einen Baustein des Glutathions und fördert dessen Synthese. Der Bedarf an N-Acetyl-Cystein kann unter anderem durch die Zufuhr cysteinreicher Lebensmittel wie

  • Lachs,
  • Putenbrust und
  • Sojabohnen

gedeckt werden. Einige wenige Untersuchungen beschäftigten sich bisher mit der Wirkung der Aminosäure auf das Immunsystem. 1997 wurden immunmodulative und protektive Effekte in vitro beschrieben. Argentinischen Erkenntnissen zufolge entfaltet das Cysteinderivat immunstimulatorische Wirkungen, da es an der Aktivierung der T-Lymphozyten beteiligt ist. In mehreren Studien konnte schon gezeigt werden, dass N-Acetyl-Cystein immunstärkend wirkt, indem es Entzündungen unterdrückt. Weiterhin besitzt die Aminosäure antioxidative Eigenschaften, wodurch sie zusätzlich indirekt in die Stimulation des Immunsystems eingreift. Ebenso ist N-Acetyl-Cystein an der Stimulation der Aktivität der Natürlichen Killerzellen beteiligt. Somit besteht die Möglichkeit, das immunstimulatorische Potenzial dieser Aminosäure therapeutisch zu nutzen.

Taurin als Radikalfänger

Das freie Amin Taurin wird aus Cystein gebildet und kann in den Ablauf der Immunantwort eingreifen. Während der Myeloperoxidase-Reaktion reagiert Taurin mit H202 und Chlorid zu Taurinchloramin. Dieses Prooxidans kann die Bildung freier Radikale zumindest teilweise unterdrücken und schützt so vor oxidativen Schädigungen. Taurinchloramin wirkt zudem in stimulierten Makrophagen antiinflammatorisch (entzündungshemmend) und zwar durch die Suppression der TNFα- und NO-Produktion. Im Jahre 1997 fand man dann heraus, dass Taurin eine Schlüsselrolle für den programmierten Zelltod verschiedener Zellarten spielt. Da Infektionen mit einem niedrigen Taurinspiegel einhergehen, kann man davon ausgehen, dass auch hier eine optimale Versorgung mit Taurin für die Aufrechterhaltung der Immunfunktionen wichtig ist. Da im Rahmen einer normalen Mischkost mit Fleisch und Käse bis zu 400 mg Taurin pro Tag aufgenommen werden und Taurin zusätzlich aus Cystein synthetisiert wird, gibt es bisher keine Berichte über Taurinmangel. Auch die Annahme, starke körperliche Belastungen würden einen Mangel an Taurin bedingen, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Tryptophan steuert die Abwehrkräfte

Thyptophan ist Bestandteil fast aller körpereigenen Proteine. Es besitzt eine regulatorische Funktion in Bezug auf das Immunsystem. Ein chronischer Mangel an Tryptophan zieht eine Verarmung lymphatischer Zellen nach sich. Kommt es gleichzeitig zu einem Tryptophan- und Phenylalaninmangelzustand, ist eine drastische Verminderung der Lymphozytenzahl die Folge. Durch sein antioxidatives Potenzial greift Tryptophan indirekt in Reaktionen des Immunsystems ein. Inwieweit dieser Umstand therapeutisch genutzt werden kann, wurde bisher noch nicht näher untersucht.

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