Einsatz und Wirkungen der Atmung im Yoga

Im Yoga ist die Atmung genauso wichtig wie Asanas und die Entspannung. Feueratem, Wechselatmung und die tiefe Bauchatmung sind die zentralen Techniken.

Die Atmung ist in jeder Disziplin des Yoga eine zentrale Komponente, im Hatha Yoga wie auch im Kundalini Yoga. Man führt sich durch eine konzentrierte Atmung Energie und Sauerstoff zu und bewegt die inneren Organe, was die Durchblutung stärkt. Dabei wird meist durch die Nase ein- und auch ausgeatmet. Besondere Energiezufuhr erfährt der Organismus, wenn man die Atmung mit Phasen des Luftanhaltens kombiniert. Die Atmungstypen unterscheiden sich dabei nach Tiefe und Takt. Dazu kommen Techniken, wo nur durch ein Nasenloch ein- oder ausgeatmet wird. Wo Energie fließt, ist auch die Chance zu erhöhter innerer Aufmerksamkeit, sodass alle Atemtechniken mit einer einfachen Konzentrationsübung verbunden werden sollten.

Tiefe Bauchatmung

Bei dieser Technik wird nur die Bauchdecke bewegt, die Aufmerksamkeit richtet sich auf diese Bewegung. Dabei soll der Atem in einen ruhigen, regelmäßigen Fluss gebracht werden. Zunächst tief einatmen und so langsam wie angenehm möglich ausatmen. In nächsten Atemzug wird versucht, den Ausatmer noch langsamer zu gestalten, bis man schließlich etwa doppelt so lange ausatmet wie man Atem holt. Auch wenn beide Phasen etwa gleich lang sind, ist das in Ordnung, die Hauptsache ist die Ruhe im gleichmäßigen Fluss. Man verwendet sie, um zur Ruhe zu kommen, sei es nach einer Yogaübung oder auch zur Entspannung im Alltag.

Vollständiger Yogaatem

Hier wird die ganze Lunge mit Luft gefüllt. Das wird meist in drei Stufen vorbereitet:

  1. Erst die tiefe Bauchatmung.
  2. Dann wird bis in den Brustraum geatmet.
  3. Schließlich können auch die oberen Spitzen der Lungen mit Luft gefüllt werden (bis fast zu den Schlüsselbeinen atmen und spüren).

So vorbereitet, kann man in diesen drei Schritten die Luft ein- und umgekehrt wieder ausfließen lassen.

Feueratem

Es wird schnell geatmet. Die Bewegung verläuft ähnlich wie bei der tiefen Bauchatmung, allerdings wird etwa doppelt so schnell aus- als eingeatmet, der Fokus liegt auf dem Herauspumpen der Luft. Mit dieser Technik wird die Lunge gereinigt und dem Organismus sehr schnell Sauerstoff zugeführt. Deshalb ist sie auch für Anfänger mit Vorsicht zu genießen und bei Bluthochdruck nicht anzuwenden. Einige Runden Feueratmung können stark erfrischen und ersetzen in dieser Hinsicht Koffein und andere Aufputschmittel.

Mehr zu dieser Übung bei Yoga-Vidya.

Wechselatmung

Es wird durch ein Nasenloch ein- und durch das andere ausgeatmet, danach umgekehrt. Zwischen den Atmern kann die Luft angehalten werden, wobei die Nasenlöcher mit den Fingern verschlossen werden. Mit dieser Übung wird das gesamte System harmonisiert und entweder mit Energie aufgeladen oder zur Ruhe gebracht – je nachdem, wie man den Takt angibt. Zur Energetisierung wird ein 1/4/2-Takt empfohlen, d.h. beispielsweise vier Sekunden einatmen, 16 Sekunden die Luft anhalten und acht Sekunden ausatmen. Diese Zahlen sind ein Beispiel, Geübte können sich mit einer Einatmungsdauer von 12 Sekunden und gleichem Takt (also 12/48/24 Sekunden) energetisch aufladen. Um sich zur Ruhe zu bringen, wird auf eine Taktung verzichtet. Der Atem fließt, wie er eben fließen soll, man wechselt nur die Nasenlöcher wie vorgegeben, das Luftanhalten kann entfallen. Diese eher meditative Form kann ohne Bedenken ausprobiert werden und ist gut geeignet vor dem Einschlafen.

Mehr zur Wechselatmung.

Atmung wirksam kombiniert

Diese Techniken können mit anderen Bewegungen kombiniert werden. So kann man etwa bei der tiefen Atmung die Arme heben oder andere Bewegungen im Rhythmus der Atemzüge ausführen. Vor allem der Kundalini Yoga macht von dieser Kombination Gebrauch, aber auch der Sonnengruß des Hatha Yoga nutzt die Harmonie von Atem- und Bewegungsrhythmus.

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