Farbstoffe in Gummibärchen – gesund oder nicht?

Zwiespalt unter den Zutaten in der Gummibärentüte.

Lebensmittelzusatzstoffe verstärken Geschmack, Aroma und Farbe, sie konservieren und wirken gegen Schimmelpilze und Bakterien. Wie wirken sie im Körper?

Eine beliebte Werbemaßnahme auf der Gummibärchentüte ist natürlich der Hinweis, dass sie fettfrei sind. Manchmal werden ihnen auch Vitamine zugesetzt, die dann ihrerseits werbewirksam sind. Der gesundheits- und figurbewusste Verbraucher soll damit gelockt werden, Gummibärchen werden meist als „gesündere“ Alternative zu Schokolade verstanden. Doch dem ist nicht wirklich so.

Gummibärchen – beliebtes Naschwerk

Dennoch sind Gummibärchen und die Vielzahl an ähnlichen Erzeugnissen nicht nur bei Kindern eine beliebte Süßigkeit. Meist schmecken sie angenehm fruchtig, vermitteln den Geschmack verschiedener Obstsorten und sehen ihnen in Farbe und manchmal auch Form sehr ähnlich. So wird dem Konsumenten suggeriert, dass tatsächlich wertvollle und damit gesunde Inhaltstoffe aus Früchten in den Gummibärchen enthalten sind.

Inhaltsstoffe von Gummibären unter der Lupe

Betrachten wir die Zutatenliste einer Tüte Gummibärchen einmal näher, fallen Begriffe wie

  • Glukosesirup
  • Zucker
  • Dextrose
  • Gelatine
  • färbende Frucht- und Pflanzenkonzentrate (stattdessen manchmal Farbstoffe)
  • Aromen
  • Stärke
  • Zitronensäure oder auch
  • Süßholzextrakte

auf. Dahinter verbergen sich die Grundzutaten und einige Zusatzstoffe mit technologischer oder physiologischer Wirkung. Wirklich prüfenswert ist jedoch der Zusatz von Farbstoffen in einzelnen Erzeugnissen, denn neuerdings steht genau dieser in der öffentlichen Diskussion. Werden ganz bestimmte Farbstoffe (zum Beispiel die Azofarbstoffe Tartrazin, Chinolingelb, Gelborange, Azorubin, Cochenillerot und Allubarot) zugesetzt, müssen sie seit dem 20. Juli 2010 mit dem Warnhinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ deklariert werden.

Hintergrund zum Warnhinweis für Azofarbstoffe

Die seit dem 20. Juli 2010 geltende neue EU-Regelung zur Kennzeichnung von Azofarbstoffen basiert auf verschiedenen Untersuchungen, die sich mit dem Zusammenhang von Agressivität, Hyperaktivität und der Aufnahme von Farbstoffen über Lebensmittel beschäftigten. So fanden englische Wissenschaftler beispielsweise heraus, dass ein hoher Süßigkeitenkonsum im Kindesalter mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft als Erwachsener einhergehen kann. Zudem fand man heraus, dass nicht nur der Zucker in Lebensmitteln speziell Süßigkeiten, sondern auch einzelne Zusatzstoffe Hyperaktivität fördern können. Hier stehen insbesondere die Azofarbstoffe in Verdacht. Azofarbstoffe sind weiterhin schon lange bekannt dafür, pseudoallergische Reaktionen auszulösen. Der genaue Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist trotz umfangreicher Studien weiterhin unklar. Zwar kann der Konsum beispielsweise von Saccharose zu mangelnder Konzentration und Unruhe führen, aber auch ein Mangel an Serotonin (ein Botenstoff des Gehirns) führt zu ähnlichen Zuständen

Gummibärchen und Verbraucherschutz

Zwar sehen einige Hersteller bereits von der Verwendung von Azofarbstoffen in ihren Produkten ab, unter anderem, um den Warnhinweis nicht abdrucken zu müssen. Andererseits wird so ziemlich schnell klar, wie leicht und unkompliziert pflanzliche Alternativen in Lebensmitteln einsetzbar sind. Mit der neuen EU-Regelung sollen Azofarbstoffe künftig ganz aus der Lebensmittelherstellung verschwinden – so der Wunsch und die Hoffnung einzelner Verbraucherschutzorganisationen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.