Sturzprophylaxe für Senioren – das Aufstehen üben

Senioren sollten wissen, wie man Stürze verhindert, aber auch, wie man wieder aufsteht, wenn es doch mal zu einem Sturz gekommen ist.

Die Sturzprophylaxe für Senioren umfasst verschiedene Bereiche, die sinnvollerweise alle parallel umgesetzt werden sollten, um das Sturzrisiko zu minimieren – von der Gestaltung des Lebensumfeldes bis hin zu individuellen Maßnahmen. Ein Teil der physiotherapeutischen Maßnahmen ist, nicht nur Muskeln, Bewegungsabläufe und koordinative Fähigkeiten zu trainieren, sondern auch zu lernen, wie man wieder aufsteht, wenn ein Sturz nicht zu verhindern war.

Was tun nach einem Sturz?

Ist ein älterer Mensch gestürzt, ist die wichtigste und erste Aufgabe für den Gestürzten, sich zu beruhigen. Wenn Personen zur Hilfe in der Nähe sind, sollten auch diese zunächst beruhigend einwirken. Erst dann sollte der Betroffene überprüfen, ob ihm etwas passiert ist, was einem eigenständigen Aufstehen entgegen stehen würde und doch eher nach einem Notarzt verlangt. Dies kann der Fall sein bei ungewöhnlich starken Schmerzen, wenn Gelenke oder Körperteile in falschen Winkeln stehen, der Betroffene nicht ansprechbar beziehungsweise auffallend verwirrt ist oder ungewöhnlich stark aus Ohren oder Mund blutet.

Wie kann man wieder aufstehen nach einem Sturz?

Sollte die Entscheidung gefallen sein, dass ein Aufstehen möglich ist, muss man sich entscheiden, wie das vor sich gehen soll. Gibt es Hilfspersonen, sollten diese sich mit dem Gestürzten absprechen und gemeinsam die gleiche Bewegung vollführen, nötigenfalls auf Kommando. Anderenfalls kann eine gut gemeinte Unterstützung schnell zum Gegenteil werden.

Es hat sich bewährt, nicht an der gestürzten Person oder deren Kleidung zu ziehen, sondern mit festem Griff eine Aufstehbewegung zu unterstützen, zum Beispiel unter den Achseln. Ein passives Wieder-auf-die-Füße-stellen birgt die Gefahr eines erneuten Sturzes.

Aufstehen mit Hilfe eines Gegenstandes

Wenn keine Hilfsperson in der Nähe ist und auch in absehbarer Zeit keine zu erwarten ist, ist es ebenfalls nötig, sich soweit zu beruhigen, dass man klar ein Aufstehen planen kann. Sollte sich in der Nähe der Sturzstelle ein Gegenstand befinden, an dem man sich hochziehen kann, dann sollte dieser genutzt werden. Am besten eignen sich Gegenstände mit hohem Eigengewicht, die fest stehen, wie Parkbänke, Autos oder große Möbelstücke. Ist deren Stand nicht sicher oder kann nicht eingeschätzt werden, sollte man auf einen Gebrauch verzichten, da der Gegenstand eventuell auf den sich Hochziehenden stürzt oder wegrutscht, was meist die Probleme nur noch vergrößert.

Hat man einen geeigneten Gegenstand gefunden, sollte man sich ihm krabbelnd nähern, einen festen Halt finden und dann in Etappen aufstehen. Erst ein Bein aufstellen, nochmal den Halt überprüfen, dann das andere Bein hinterher. Erst, wenn der Stand wirklich sicher ist und auch gehalten werden kann, sollte der Gegenstand losgelassen werden.

Aufstehen ohne Hilfe

Auch ohne Unterstützung von außen ist es möglich aufzustehen. Hierzu muss man immer zuerst in den Sitz auf dem Boden kommen, was auf zwei Wegen geschehen kann.

In der Rückenlage stellt man beide Beine auf und schiebt dann die Hände unter die Lendenwirbelsäule, mit den Handflächen zum Boden. Mit den jetzt aufliegenden Unterarmen stützt man den Oberkörper nach oben, bis in den Sitz.

Aus der Rückenlage heraus dreht man sich mit angewinkelten Beinen auf eine Körperseite und drückt sich dann mit beiden Armen nach oben in den Seitwärtssitz und von dort aus in den Sitz auf dem Po.

Aus diesem Sitz die angewinkelten Beine nach rechts oder links ablegen, den Oberkörper mitdrehen und in den Vierfüßlerstand kommen. Besonders kräftige Senioren können dies auch abkürzen, indem sie in der Bauchlage die Arme dicht neben dem Oberkörper aufstellen und sich direkt in den Vierfüßlerstand hochdrücken.

Im Vierfüßlerstand wird nun ein Bein nach vorn auf den Fuß aufgestellt und der Oberkörper vollständig aufgerichtet. Die Hände stützen sich gleichzeitig auf dem aufgestellten Oberschenkel ab. Nun das Gewicht des Oberkörpers nach vorne verlagern und gleichzeitig mit dem hinteren Fuß vom Boden abdrücken bis in den Stand.

Senioren sollten sich auf Stürze vorbereiten

Senioren haben ein erhöhtes Sturzrisiko. Um Folgeschäden zu verhindern, die teilweise starke Einschränkungen der Lebensqualität oder gar Pflegebedürftigkeit bedeuten können, sollten sie auf Stürze und das Umgehen damit vorbereitet sein. Allgemeine körperliche Fitness und Beweglichkeit ist ein Teil dessen und kann altersgerecht in Hockergymnastikgruppen für Senioren oder in Angeboten für Senioren im Bewegungsbad erworben werden. Wenn es doch mal zu einem Sturz mit Verletzungen des Bewegungsapparates gekommen ist, sind Salben mit Beinwell hilfreich – sie wirken schmerzlindernd, abschwellend, entzündungshemmend und fördern zudem die Wundheilung. Darüber hinaus sind sie gut verträglich.

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