Die wichtigsten Heilpflanzen für Ihre Gesundheit

Das kleine Kräuter-ABC im Überblick

Vielerlei Kräuter helfen gegen vielerlei Krankheiten. Doch welche Pflanzen sind die wichtigsten Arzneikräuter? Und im welchen Bereich sind sie anzuwenden?

Die wichtigsten Heilpflanzen bei den häufigsten Beschwerden und Erkrankungen sind als Einzeldroge im Handel, also im Reformhaus oder auch in der Apotheke, erhältlich. Viele davon aber wachsen auch zwischen unserer Haustür und unserem Gartentor. Oder direkt davor.

Bei Sammlungen allerdings ist es wichtig, Verwechslungen ausschließen zu können, da Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Pflanzen teils ernsthafte Risiken bergen können. Welche Pflanzen helfen bei den häufigsten Erkrankungen und Beschwerden? Ein stichwortartiger Überblick, ein Kräuter-ABC.

Heilpflanzen zur allgemeinen Kräftigung und mit appetitanregender Wirkung

Basilikum, Bohnenkraut, Kardobenediktenkraut, Dill, Enzianwurzel, Estragon, Kalmus, Lorbeerblätter, Rosmarin, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Wegwarte und Wermut helfen als Teezubereitung oder auch als Frischpflanze beziehungsweise als Fertigpräparat.

Kräuter gegen Arterienverkalkung

Knoblauch und Weißdorn sind das Mittel der Wahl zugunsten von Venen und Arterien und werden innerlich angewandt. Tees, Fertigpräparate oder auch die Pflanze selbst als Gewürz oder Salat können hier genutzt werden. Beim Weißdorn weisen die Früchte und Blätter die identischen wirksamen Stoffe auf.

Pflanzen zur Stärkung der Augen

Augentrost, Heidelbeere sowie vielerlei andere Früchte mit dunkelrotem Aussehen unterstützen die Sehkraft und stärken das menschliche Auge.

Blähungswidrige Pflanzen

Angelikawurzel, Anis, Fenchel, Kalmus, Kamille, Koriander, Kümmel, Majoran, Pfefferminze, Thymian sowie Wermut wirken als alkoholischer Extrakt, der gern als „Verdauungsschnäpschen“ bezeichnet wird, aber auch als Tee, Tinktur oder Aufguss gegen Blähungen und auch Völlegefühl. Auch hier gibt es einige Extrakte als Alternative.

Blutreinigende Kräuter, die auch bei Hautkrankheiten helfen

Birkenblätter, Bockshornsamen, Brennnessel, Brunnenkresse, Ehrenpreis, Frauenmantel, Goldrute, Löwenzahn, Queckenwurzel, Stiefmütterchen und Walnussblätter können innerlich beziehungsweise auch äußerlich hilfreich sein. Sie wirken harntreibend und unterstützen somit die Ausschwemmung und Entgiftung oder – wie die Walnuss – aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes.

Heilpflanzen gegen Verschleimung und Bronchialkatarrh

Anis, Eibisch, Fenchel, Isländisches Moos, Kastanienblätter, Salbei, Spitzwegerich, Süßholz, Taubnesselblüten, Thymian, Vogelknöterich und Ysop lösen Verschleimungen und gelten als Mittel der Wahl bei bronchialen Beschwerden. Teils begründet sich dies in den ätherischen Ölen, die in diesen Pflanzen vorhanden sind. So ist Ysop beispielsweise auch als Öl oder zur Räucherung zu empfehlen.

Heilkräuter bei Darmträgheit und Verstopfung

Flohsamen, Leinsamen, Schlehenblüten und Weizenkleie unterstützen die Verdauung und regen sie an, sodass Obstipation bei ihrer Anwendung nicht von langer Dauer ist. Viel Flüssigkeit ist bei ihrer Anwendung zudem zu empfehlen.

Darmverstimmung und Durchfall pflanzlich lindern

Hier helfen Eibischwurzel, Eichenrinde, Fenchel, Heidelbeeren, Odermennig, Salbei, Spitzwegerich und Süßholz. Letzteres sollte nicht über lange Zeiten hinweg eingenommen werden, da es das körpereigene Cortison hemmt und somit unter anderem der Selbstheilungsmechanik des Körpers entgegenwirken kann.

Zur Entwässerung sinnvolle Pflanzen

Basilikum, Birkenblätter, Bohnenschalen, Brennnessel, Brunnenkresse, Dill, Goldrute, Hauhechel, Liebstöckel, Löwenzahn, Mate, Meisterwurz, Queckenwurzel, Ringelblumen, Schlehenblüten und Wacholderbeeren wirken harntreibend und somit entwässernd.

Kräuter gegen Erkältung und Schnupfen

Echinacea, Eukalyptus, Hagebutten, Holunderblüten, Lindenblüten, Spitzwegerich sowie auch Salbei lindern in frischer oder fertigpräparierter Form grippale Beschwerden, helfen bei Erkältungen und können ebenfalls gut als Teedroge genutzt werden.

Bei Frauenbeschwerden bewährte Heilpflanzen

Eisenkraut, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Herzgespann, Hirtentäschel, Römische Kamille, Keuschlammfrüchte und Melisse sind optimale Frauenkräuter, ob bei klimakterischen Beschwerden, leichter Migräne oder anderweitigem Unwohlsein. In der Vergangenheit wurden sie teils gar als Mittel gegen Unfruchtbarkeit eingesetzt.

Gallestörungen und Gallebildung mit Kräutern behandeln

Artischocke, Boldoblätter, Kümmel, Löwenzahn, Mariendistelfrüchte, Odermennig, Pfefferminze und wieder auch Wermut regen die Verdauung an, steigern den Gallefluss und helfen, diese zu regulieren. Hier empfiehlt sich die Einnahme der Frischpflanzen; einzig bei Mariendistel sei ein Fertigpräparat empfohlen, da die heilsamen Stoffe der Mariendistel sich vornehmlich in Alkohol extrahieren lassen und dies bei Gallestörungen nicht sinnvoll ist.

Pflanzen gegen Harnwegsinfektionen

Bärentraubenblätter und Preiselbeerblätter sind als Fertigpräparate oder Kraut in den Reformhäusern und Apotheken erhältlich und können auch als Tee zubereitet werden.

Zur Herz- und Kreislaufstärkung empfohlene Drogen

Herzgespann, Lavendel, Rosmarin und Weißdorn stärken den Kreislauf und das Herz, wirken entgegen eines hohen oder zu niedrigen Blutdrucks und somit auch regulierend. Insbesondere der Weißdorn ist hier mit Blättern und auch Früchten das Mittel der Wahl.

Kräuter gegen Husten und Heiserkeit

Anis, Ehrenpreis, Eibischwurzel, Fenchel, Isländisches Moos, Quendel, Stiefmütterchen, Süßholz und Thymian wirken in jeder Zubereitungsform gegen Husten, Hals- und Schluckbeschwerden, ein raues Gefühl im Hals und auch gegen Heiserkeit.

Leber-Funktionsstörungen mit Kräutern bekämpfen

Artischockenblätter, Löwenzahn, Mariendistelfrüchte und Schafgarbe unterstützen die Leber. Das beste Kraut gegen diese Beschwerden ist die Mariendistel, beziehungsweise ihre Früchte, die allerdings in der Zubereitung, wie oben erwähnt, besonders behandelt werden sollten. Artischocken unterstützen die Fettverarbeitung im Körper, Löwenzahn steigert zudem die Ausscheidung von Giftstoffen, was die Leber wiederum entlastet.

Magenverstimmung pflanzlich heilen

Angelikawurzel, Baldrian, Eibischwurzel, Enzianwurzel, Fenchel, Gänsefingerkraut, Isländisches Moos, Kamille, Kardobenediktenkraut, Koriander, Kümmel, Majoran, Meisterwurz, Melisse, Odermennig, Pfefferminze, Quendel, Salbei, Schafgarbe, Süßholz und auch Wermut entlasten den Magen als Tee oder Zubereitung der frischen Pflanze innerlich angewandt.

Zur Nervenstärkung das Mittel der Wahl

Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Lavendel, Melisse, Passionsblume, Pomeranzenblüten und Rosmarin stärken die Nerven, wobei Lavendel und Rosmarin auch als ätherisches Öl in Duftlampen zur Stärkung beitragen, Johanniskraut im Sommer und bei verstärktem Lichteinfluss aufgrund der Lichtsensibilisierung nicht dauerhaft angewendet werden sollte. Bei Baldrian empfiehlt sich aufgrund der Dauer des Wurzelauszugs gegebenenfalls ein Fertigpräparat.

Nieren- und blasenfunktionsfördernde Pflanzen

Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Goldrute, Kürbissamen, Wacholderbeeren und Schachtelhalm, welcher auch Zinnkraut genannt wird, fördern die Blase und Nieren, sind somit auch sinnvoll bei Fastenkuren oder zugunsten einer Grundregulation und Entgiftung des Körpers. Schachtelhalm soll zudem bei Bindegewebsschwäche hilfreich sein.

Bei Rheuma hilfreiche Kräuter

Angelikawurzel, Brennnessel, Johanniskraut und Teufelskralle sind zur äußerlichen Anwendung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises angezeigt, Brennnessel kann hier auch innerlich unterstützend wirken.

Die Einschlafbereitschaft pflanzlich fördern

Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Pomeranzenblüten sowie Waldmeister wirken beruhigend und auf das Nervensystem auf jedem Wege, sodass Einschlafprobleme oder Schlafstörungen so sanft beseitigt werden können. Bei Waldmeister ist eine erhöhte beziehungsweise dauerhafte Einnahme aufgrund des Cumaringehaltes nicht zu empfehlen.

Schweißtreibende Heilpflanzen

Holunder- und Lindenblüten unterstützen den Stoffwechsel des menschlichen Körpers in jedweder Form. Beide haben dazu beigetragen, dass man davon spricht, Erkältungen „auszuschwitzen“. Dafür sind sie als Teezubereitung optimal anzuwenden!

Bei Verletzungen, Wunden, Zerrungen und Verrenkungen

Beinwell, Kamille, Johanniskraut, Arnika und Ringelblume, äußerlich angewendet, lindern Verletzungen der Gelenke, Sehnen, Knochen und alle Gelenkprobleme. Auch bei Wunden sind sie als äußerliche Anwendung zu empfehlen. Beinwell wird aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide zwar mit Vorsicht betrachtet, ist jedoch bei regelmäßiger Anwendung als Umschlag und Salbe sogar in der Lage, auch Brüche zu heilen.

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